Weltformel

Auf einmal werden die Beine und Füße unendlich leicht. Es fühlt sich an, als wenn sie zur Zimmerdecke gezogen werden. Seltsam, normalerweise ist es eher so, dass das mit den Armen passiert. Es scheint keine Schwerkraft mehr zu geben. Erschwerend kommt hinzu, dass es so wirkt als ob man von oben auf das Fernsehbild herabschauen würde. Der Fernseher liegt auf dem Boden und man selbst hängt unter der Zimmerdecke und betrachtet von dort das Bild in der Flimmerkiste.

Was dort geredet wird ist meistens verständlich und nachvollziehbar. Aber nicht heute. Das Gebrabbel mutet an wie die schlimmste Quantenphysik. Es geht um so etwas simples wie das Glück im Leben und wie man es erreicht. Das denke ich jedenfalls im Nachhinein. Während des Schauens war jede Zelle in meinem Schädel darauf fixiert zu verstehen was der Sinn der Sendung war. Es war nicht nachvollziehbar. Nicht heute!

Ich wünschte mir die Sendungen von davor zurück. Da lief noch South Park und Drawn Together. Nach dem Erstgenannten wurde leider umgeschaltet zur Quantenphysik. Waw! Mein Schädel! Unglaublich wie ich mich konzentriere. Und ich raff trotzdem nichts! Irgendwann lief auch Titel Thesen Temperamente mit einem Zombiemoderator! Unglaublich aber wahr! So wahr wie der geilste Schluss einer Sendung sein kann. Ein verplanter Zombiemoderator der nach einer Fünfsekundenpause auf einmal ganz woanders im Studio steht und nach der Verabschiedung der Zuschauer sich einfach um neunzig Grad dreht und zur Seite starrt. Nicht einmal dieses obligatorische auf die Zettel kucken oder aus dem Studio gehen. Nein, zur Seite starren!

Da es schon relativ spät war und ich die glamouröse Oscarverleihung sehen wollte, wegen der schönen Kleider, machte ich mich sodann auch bald auf den Weg nach Hause. Wusch!

Der Weg war eine Sache für sich. An sich dauert er nur fünfzehn Minuten. Das ist aber genug Zeit um sich so allein seine Gedanken zu machen. Wow, ist das Schaufenster da interessant! Nanu, den Laden hab ich ja noch nie gesehen, sieht der gemütlich aus! Was machen nur die Leute in den Wohnungen in denen noch Licht brennt. Kucken sie fern oder einen Film. Hören sie Musik oder daddeln sie Computer! Ich weiß es nicht und werde es nie erfahren. Dafür müsste ich schon klingeln. Kein Bock! Die sind eh nur sauer, zu dieser Zeit!

Jetzt kommt er! Der grandiose Geistesblitz! Und obwohl ich nichts von Glauben und Chicksal halte, bin ich der verdammten Meinung die Weltformel in meinem Kopf zu haben! Auf einmal erscheint alles so logisch und zusammenhängend! Ich kuck in ein Schaufenster. Ein Headshop. Danach eine Bank, eine Kneipe, ein Nähstudio und ein Laden in dem eine uralte Kasse steht. Was ist denn dat für ein Laden? Ich dreh mich beim Gehen um und versuche das Schild zu sehen. Ich erkenn nichts mehr und ich geh weiter. Das Schild war mindestens drei Meter entfernt, da könnte das genauso gut in China hängen!! Leider habe ich während dieser Schildstressphase die ultimative Lösung vergessen und ich stehe wieder mit Nichts da, beziehungsweise gehe mit Nichts da…

Gleich ist es geschafft. Die Wohnung ist ja quasi schon zu sehen, wäre sie nicht zum Innenhof gelegen. Dort angekommen wird sich erstmal aufs Sofa gefleezt und Vampire Weekend angemacht. Und nein, das ist keine scheiß Fernsehserie! Wer Vampire Weekend hört ist cool!! Zeit zu den Oscars eine Stunde. Poah! Die überleb ich doch nie! Und sicher fangen die dann nicht an, sondern es werden noch ewig Stars auf dem Red! Carpet interviewt. Irgendwann ist diese Tortur der Selbstinszenierung vorbei und die Show beginnt. Was für ein Drogenrausch die doch ist. Neil Patrick Harris eröffnet das Ganze mit einer Gesangseinlage. Grandios! Alec Baldwin und Steve Martin leisten ganze Arbeit. Ich bin eigentlich permanent am Lachen, sobald die beiden nur ihren Mund aufmachen.

Was mich jedoch bei jeder Verleihung aufs neue anpisst, ist dieses scheiß Soundediting und das Abwürgen der Dankesreden. Da darf kein Wort zu viel gesagt werden, die Sendung könnte ja länger werden und man könnte noch mehr Werbung unterbringen als so schon. Alle zehn Minuten dieselben Werbungen zu sehen ist sowas von ermüdend und bringt selbst den schlimmsten Kiffer zur Weißglut! Ich hielt wacker durch, bis die wichtigen Oscars verliehen wurden. Und dummerweise genau bei der weiblichen Hauptrolle bin ich eingeratzt, das ist kein Scherz! Und die Gewinnerin mag ich zudem nicht mal wirklich, was für ein Zufall. Denn zur besten Regie und dem besten Film war ich wieder wach und durfte endlich den scheiß Fernseher ausmachen.

Draußen ist es fast schon hell. Der Kühlschrank wimmert und der Laptop atmet. Saug weiter mein Junge, saug weiter…und Finger weg vom Gras!

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Allerliebste Emanzinnen,

ich bin über das wohl gleichberechtigste Blog der Welt auf diese Klickstrecke aufmerksam geworden. Darin werden Männer als dumme mordende Sexsüchtige dargestellt. Von führenden Emanzinnen.

Dieses Schreckenslabor des Hasses versucht durch Männerdiskriminierung Gleichberechtigung zu erreichen. Davon einmal abgesehen, dass “Die Standard” einen falschen Artikel benutzt, klingt dieser einfach nur behämmert und dumm. Dumm wie die Herausgeberinnen, die die Klickstrecke zu verantworten haben.

“Männer können töten, saufen und eine Hure vögeln. Aber ab und zu möchte ich wissen: Was ist denn ein richtiger Mann?”

“In dem Maße, wie der Mann seine Männlichkeit anbetet, verabscheut die Frau diese.”

“Die sexuelle Benutzung von Frauen ist identitätsstiftend für Männer, durch Sex erschaffen sie sich ihre Männlichkeit.”

“Die Beherrschung einer Frau macht den Mann erst zum Mann – das heißt: zum Überlegenen”.

“Fressen, Saufen, Huren bilden den Drehstrom, in dem die zivilisierten Männer schwimmen.”

Emanzinnen, die diesen Aussagen zustimmen, halte ich getrost für absolut bescheuert. Man stelle sich nur mal den Aufschrei vor wenn es andersherum wäre. Zudem wäre jeder, der sich abfeiert wie passend die Aussagen doch sind, gesellschaftlich zerbombt. Aber irgendwas muss ja zerbombt werden.

Wie zum Beispiel unsere Sprache. Wenn normale Menschen von Studenten reden und schreiben, wird im Gendermainstreaming daraus “Studierende” oder “StudentInnen”. Wie hässlich diese Formen sind, sieht und hört selbst ein Taubblinder. Es ist der verzweifelte Versuch, die bösen “männlichen” Formen auszurotten. Und es tut mir leid, wenn ich da nicht mitfeiern will. Ich habe nichts gegen die Nennung beider Geschlechter, aber das Gendermainstreaming geht komplett an der Realität vorbei. Wenn ihr der Meinung seid, Frauen wären immernoch derart benachteiligt, dann lasst euren Frust wenigstens nicht an unserer Sprache aus.

Wenn ich also auf ein Blog stoße, welches sich der Aufdeckung unfairer Männerbevorteilung verschrieben hat und das mit der korrektesten, neutralsten und hässlichsten Sprachform durchzieht, dann muss ich zwar kotzen, aber ich kann darüber meinetwegen noch hinwegsehen. Vor allem wenn man bedenkt, dass eh niemand der etwas auf sich hält diesen Schrott benutzt. Wenn ich nun aber sehe, dass auf so einer Seite auf die wohl männerfeindlichste Klickstrecke im Netz verlinkt wird und darunter die hammerlustige Bemerkung steht die Zitate dort wären “stunning Bemerkungen”, dann halte ich die verantwortliche Bloggerin für vollends beschränkt.

Ich wiederhole es gern noch einmal. Zu versuchen Gleichberechtigung durch Diskriminierung zu erreichen ist das Allerletzte! Menschen die sowas machen sind schlimmer als Hitler! Für Gleichberechtigung braucht man immer mehr als eine Seite, aber sicher keine Scheinheiligen. Die Frage ist nun jedoch ob Emanzinnen überhaupt so weit denken können.

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