Die Sache mit dem Schicksal
Gibt es einen Gott, gibt es eine höhere Macht, gibt es Schicksal oder ist alles so wie es ist Zufall? Wenn man es genau nimmt kann es nur zwei verschiedene Arten von Menschen geben, die die an Schicksal glauben und somit automatisch an eine höhere Macht und diejenigen die es genau gegenteilig sehen. Niemand weiß ob es so etwas wie Schicksal oder höhere Mächte gibt oder nicht. Beide Seiten haben dasselbe Recht ihre Position zu vertreten, da es unmöglich ist die eigene Sichtweise zu beweisen und die andere zu entkräften.
Man kann sagen es ist Schicksal alles was passiert und dass alles was geschieht vorherbestimmt ist, egal was man auch macht. Denn das würde ja auch wiederum ins Schicksal fallen, so ähnlich wie im Film “Die Zeitmaschine”, in der der Held seine Zeitmaschine benutzt um seine Geliebte zu retten, doch egal wie oft er versucht ihren Tod zu verhindern, sie stirbt trotzdem. Dabei klingt es auch schon etwas höhnisch zu sagen es gehört zum Schicksal das Schicksal auszutricksen.
Diejenigen die sich nicht dem Schicksal unterwerfen wollen sagen es gibt keines. Sie wollen sich nicht als Zahnrad in einem perfekten System sehen das von selbst läuft, sie wollen herausspringen um das System kollabieren zu lassen. Das Universum ist Chaos, entstanden aus einem Zufall und kein programmiertes erstelltes perfektes System. Dafür hat es viel zu viele Macken. Nun sagen die Gläubigen natürlich dass es Vorsehung ist, egal was passiert. Nur die Frage ist halt was ist logischer? Ein System das chaotisch wirkt, aber trotzdem entworfen sein soll oder ein System dass sich selbst erschaffen hat und mit der Zeit gereift ist, mit allen seinen Macken, aber in sich schlüssigen Zusammenhängen?
Beispiel Evolution. Ist sie programmiert? Ein Programm das sich selbst verändert über Millionen Jahre oder ein natürlicher durch Selektion und Mutation ablaufender Vorgang. Es war Vorsehung dass Finken nach Galapagos gelangten um dort voneinander grundverschiedene Arten auszubilden oder war es Zufall? Für mich ist die Sache ganz klar weil es naiv klingt alles einem System zuzuschreiben das man weder sehen noch beweisen kann. Natürlich kann man die Evolution auch nicht beweisen, aber man kann sagen dass sie ziemlich wahrscheinlich ist. Und zu sagen dass die Evolution Teil des Systems ist ist absolut dämlich. Man kann nicht alles dem Schicksal zuschreiben. War es Schicksal dass ich heute zu McDonalds gegangen bin? Ist es Schicksal wenn ich meinem Prüfer in Technik in den Arsch trete? Nein, es ist meine Entscheidung und mein freier Wille. Wenn nun Schicksalsgläubige behaupten dass nicht alles Schicksal wäre, was ist dann Schicksal? Nur einige Momente die unser Leben verändern? Wenn es so ist, dann klingt es geradezu wie Hohn dass eine Macht in das Leben der Menschen eingreift um entscheidende Veränderungen herbeizuführen. Vor allem wenn behauptet wird sie halte sich aus dem Leben der Menschen grundsätzlich heraus. Es ist immer sehr einfach etwas zu behaupten. Ich habe nämlich vorhin 100 Euro gefunden. Glaubt ihr mir nicht? Beweist mir das Gegenteil! Wenn ich euch den Hunderter zeigen soll behaupte ich ich hab ihn zur Bank gebracht. Wenn auf meinem Konto keine 100 Euro hinzugebucht wurden behaupte ich es war ein Bankfehler. Wenn die Bank sagt es gab niemals eine Buchung behaupte ich ich hätte den Hunderter einem Obdachlosen geschenkt.
Klingt dämlich? Dann wisst ihr ja jetzt was ich meine. Eine Position die einen Standpunkt vertritt der weder beweisbar, noch wahrscheinlich, noch in irgendeiner Art sichtbar oder greifbar ist ist einfach nicht intelligent.
am 20. März 2008 um 20:13 Uhr.
Also ich würde schon sagen, dass man die Evolution “beweisen” kann, aber dieser Beweis ist kein mathematischer Beweis.
Dein 100-Euro-Vergleich trifft es ziemlich gut. Vielleicht hast du es nicht so gemeint, aber man kann das auch auf die Verfechter der Bibel anwenden, die sich die schönsten Stellen raussuchen und die widersprüchlichen weglassen. Ich lese ja gerade The God Delusion (dt. Gotteswahn) und da wird das auch thematisiert. (vielleicht schaffe ich zu Ostern noch eine Rezenzsion
)
am 20. März 2008 um 23:55 Uhr.
Das Buch ist von Dawkins oder? Wollte ich mir auch mal holen nachdem ich ein Interview mit ihm gelesen hatte…
am 21. März 2008 um 11:45 Uhr.
Also irgendwie kann man ja fast alles beweisen. Die Wissenschaft ist da ja schon weit vorangeschritten. Aber irgendwann kommt man an dem Punkt an, an dem wir uns die Frage stellen müssen warum es überhaupt irgendwas gibt. Und ich glaub da kommt dann der Glaube wieder ins Spiel und naheliegend dann eben auch Schicksal oder nicht. Warum gibt es was? Ich muss ehrlich zugeben, wenn ich mir die Frage stelle, dann komm ich mir ganz schön klein vor.
am 21. März 2008 um 13:00 Uhr.
Natürlich kommt man sich klein vor. Das Universum ist riesig und allein die Vorstellung dass hinter der Grenze Nichts sein soll überfordert uns. Was ist das Nichts? Und wenn das Universums dort endet, muss dahinter ja auch etwas sein.
Mit der Aussage dass die Evolution nicht beweisbar ist meinte ich nur dass sie ja im Prinzip bewiesen ist, aber sie immernoch eine Theorie ist. Ich habe mich da etwas verhakt mit der Aussage, denn ich selbst stelle die Evolution ja keineswegs in Frage…
am 21. März 2008 um 13:58 Uhr.
So, ich hab Kokolores geredet. Stephen Hwaking sagt nämlich zB dass der Raum gekrümmt ist, sodass man immer wieder zum Startpunkt zurückkehrt. Ähnlich wie wenn man hier auf der Erde losgehen würde und immer geradeausgeht, dann kommt man irgendwann wieder hier an. Es gibt kein Nichts
Aber diese Quantephysik ist teilweise sehr schwer verständlich, ich hatte mit der vereinfachten Fassung von “Eine kleine Geschichte der Zeit” schon Probs *G*