Krise
Von mir als Ökonomen erwartet ihr sicherlich dass ich euch aufkläre was es mit der Finanzkrise auf sich hat. Und das tu ich nun auch möglichst einfach und kurz. Damit auch ihr endlich über den bisher skrupellosesten Bankraub der Geschichte mitreden könnt!
Das Ganze fing Mitte der 90er Jahre an, denn seitdem stiegen in den USA auf unerklärliche Weise die Immobilienpreise. Dies führte dazu dass immer mehr Menschen sich durch Kredite ein Eigenheim leisten konnten, denn durch den steigenden Wert der Immobilie konnte man das Haus später sogar mit einem Gewinn wieder verkaufen. Diese starken Wertzuwächse führten jedoch auch dazu, dass immer mehr Menschen Hypotheken auf ihr Haus aufnahmen, mit denen sie alte Hypotheken zurückzahlen konnten und sogar noch Geld übrig hatten. Sie benutzten ihre Häuser wie Kreditkarten.
Dadurch dass immer mehr Kredite für den Häuserbau benötigt wurden, gerieten die Banken in die Situation dass sie an ihr Kreditlimit gerieten. Banken müssen nämlich permanent mindestens 10 Prozent ihrer vergebenen Mittel als Wert auch im Tresor haben. Das ärgerte die Banken natürlich und so kamen sie auf eine geniale Idee. Sie vergaben Kredite und verkauften sie sofort weiter, meistens an extra dafür geschaffene Zweckgesellschaften. So waren sie den Kredit los und weil er nicht mehr in der Bilanz auftauchte, konnten sie weitere Kredite vergeben, so umgingen sie die 10% Sperre. Dadurch war es quasi möglich unbegrenzt viele Kredite zu vergeben. Und so kam es dazu, dass selbst vorher als kreditunwürdig geltende Menschen plötzlich begehrte Kunden waren. Es konnte eigentlich jeder zur Bank gehen und ohne Sicherheiten einen Kredit bekommen. Diese wurden dann später faule Kredite genannt. Da diese Kredite aber natürlich nicht gerade sicher waren, versicherten die Banken sie. Eigentlich keine schlechte Idee. Aber ab hier wird es langsam pervers.
Denn die Banken hatten eine weitere geniale Idee. Sie nahmen sich diese Kreditversicherungen und packten sie zusammen mit Zinszahlungsansprüchen, ließen sie von Ratingagenturen möglichst positiv bewerten und verkauften diese weiter als sogenannte Wertpapiere. Hier könnte man langsam den Überblick verlieren, wenn es nicht noch weitergehen würde. Denn diese Wertpapiere waren noch nicht das Ende der Kette. So wurden zum Beispiel 1000 dieser Kreditversicherungen zu einem Wertpapier zusammengepackt und danach wurden wiederum 1000 dieser Wertpapiere zu einem noch größeren Wertpapier zusammengepackt und wieder 1000 von diesen großen Wertpapieren zu einem noch viel größeren Wertpapier zusammengepackt. Man hatte also Wertpapiere von Wertpapieren von Wertpapieren. Niemand, nicht einmal die Banken selbst, wusste, wo eigentlich welcher Kredit für welches Haus hinverkauft wurde. Dies führte zu bizarren Fällen, denn so verlor die Deutsche Bank in den USA einen Prozess gegen Hausbesitzer, da sie nicht beweisen konnte dass die Kreditforderungen ihr gehörten. Die Banken hatten den Überblick komplett verloren.
Und so kam es dazu, dass nach 10 Jahren sensationeller Wertzuwächse der Immobilien in den USA der Leitzins der US Banken um einige Punkte erhöht wurde, sodass die ersten Menschen ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten und deshalb ihre Häuser verkauften. Durch die immer zahlreicher werdenden Häuserverkäufe sanken auf einmal die Immobilienpreise und die Banken saßen auf ihren Kreditforderungen.
Erstes Opfer war die Bank Lehman Brothers, der folgte hierzulande die Hypo Real Estate, die eine der aggressivsten Wertpapierverkäufer war. Danach gerieten auch einige Landesbanken ins Taumeln und jetzt mussten kurz hintereinander die Deutsche Bank, die Citibank und die Royal Bank of Scotland Verluste von 5 Milliarden, 18 Milliarden und 30 Milliarden Euro melden. Die Deutschen Banken sitzen höchstwahrscheinlich auf faulen Krediten im Wert von 300 Milliarden Euro. Diese momentane Krise beruht auf faulen Krediten im Wert von zirka 1,8 Billionen Euro. Die Immobilienblase ist geplatzt, die Blase der faulen Kredite auch, aber es gibt noch eine Blase.
Und die besteht aus den aufgeblasenen Kreditversicherungen. Das muss man sich mal vorstellen, man versichert virtuelles Geld mit virtuellem Geld und verkauft es virtuell weiter, meistens noch an virtuelle Zweckgesellschaften und Briefkastenfirmen, nach dem Prinzip aus den Augen aus dem Sinn. Diese virtuelle Blase hat eine sagenhafte Größe von 57 Billionen Euro. Das ist mehr als die gesamte Jahreswirtschaftsleistung der ganzen Welt. Doch niemand weiß ob diese Kreditversicherungen im Fall der Fälle überhaupt auszahlbar wären. Und was passiert wenn diese Blase auch noch platzen sollte, das weiß erst recht niemand…
am 19. Januar 2009 um 22:57 Uhr.
Was dann passiert – ich fürchte, wir werden es erleben.
am 19. Januar 2009 um 23:29 Uhr.
Das ist ja das Spannende an Geschichte…man ist ein Teil von ihr. Alles was passiert und noch passieren wird ist irgendwann Vergangenheit
am 19. Januar 2009 um 23:31 Uhr.
Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich könnte mir annähernd so viel Geld vorstellen, um das es hier geht. Diese ganzen Zusammenhänge erschließen sich mir nicht wirklich, was aber nichts mit deiner durchaus anschaulichen Darstellung zu tun hat
am 19. Januar 2009 um 23:41 Uhr.
Ich habs wenigstens versucht ^^
Ich hoffe ich hab jetzt keinen üblen Fehler reingepackt, weswegen du es nicht verstehst und es andere nicht verstehen…aber meistens hilft ein zweites Mal lesen
Ich weiß, damit verlang ich aber schon ordentlich was ^^
am 19. Januar 2009 um 23:43 Uhr.
Danke für die Ausführungen! Beängstigend!
Ein Kartenhaus. Nur, dass diejenigen, die es gebaut haben, ihre Paläste schon auf festem Grund haben.
am 19. Januar 2009 um 23:52 Uhr.
Stimmt…und dann auch noch so frech sind und hilfe fordern. Aber was soll man machen? Man kann ja nicht die Welt zugrunde gehen lassen. Das liegt in niemandes Interesse…
am 20. Januar 2009 um 02:01 Uhr.
Sehr anschaulich erklärt!
Ich bin ebenfalls gespannt, was passiert. Noch habe ich keine Auswirkungen zu spüren bekommen, außer, dass ich aufgrund der Gaspreissenkung nicht mehr frieren muss.
am 20. Januar 2009 um 02:03 Uhr.
Das ist ja das erstaunliche! Obwohl uns eine gerade eine Wirtschaftskrise erreicht sind die Leute noch nicht dementsprechend schlecht gestimmt…mal sehen wann das umschlägt.
am 20. Januar 2009 um 09:23 Uhr.
Ich, der ich auch zu den Ökonomen gehöre, finde, dass man das Weltfinanzsystem durchaus zu Grunde gehen lassen könnte, wenn nicht gar zu Grunde gehen lassen sollte. Das wird uns zwar alle mehr oder weniger schwer in wirtschaftliche Not bringen, aber dass das durch die staatlichen Hilfsmaßnahmen nicht auch so weit kommen wird, ist längst nicht gesagt. Die Staaten verschulden sich auf Jahrzehnte hinaus mit Unsummen, jeder von uns wird sein Lebenlang für die Gier der Banken und deren (Groß)Aktionäre zahlen müssen. Und letztlich werden genau diese Banken an der Krise verdienen, während der Arbeitnehmer auf die Straße gesetzt wird, weil seine Firma wegen der Finanz- und Kreditkrise pleite macht! Dann doch lieber Pleite für alle! Denn wenn wir ganz neu anfangen, besteht vielleicht die Aussicht, dass wir die künftige Finanzwelt regulieren können.
Und nebenbei, Du hast vollkommen Recht, die jetzige Finanzkrise gibt dem Begriff Bankraub eine völlig neue Bedeutung.
am 20. Januar 2009 um 09:27 Uhr.
Glaubst du denn wenn alles zusammenbricht und man von vorne anfangen müsste, dann würde man dieselben Fehler nicht noch einmal machen? Der Mensch ist ja irgendwie daraus ausgelegt ein Wiederholungstäter zu sein…
am 20. Januar 2009 um 13:22 Uhr.
Eieiei….. fies fies. Schön, das noch mal von vorne aufgerollt zu lesen, man ist ja mittlerweile schon so weit dass man vergessen hat, wie es überhaupt anfing.
Ich mach mal wieder drei Kreuze, dass ich in der Gesundheitswirtschaft arbeite. Gesundheit ist kein Luxus- oder Produktionsgut und auch kein virtuelles Geschäft mit virtuellem Geld. Dem Geldkreislauf Patienten-Kassen-KVen-Ambulante bzw. Stationäre Versorgung unter der Obhut eines eigenen Ministeriums ist halbwegs gesichert. Puh.
am 20. Januar 2009 um 13:31 Uhr.
Sehr geil und vor allem endlich mal allgemein verständlich aufgeschrieben. Coole Nummer. Aber wie passen da die langsam platzenden Autofinanzierungen rein? Das ist ja die nächste Blase, die zu platzen droht.
am 20. Januar 2009 um 13:32 Uhr.
Haha! Ja, einige Stellen die von sowas immer veschont bleiben gibt es auch.
Das Interessante fand ich im Nachhinein jetzt auch, dass ein Klassenkamerade das Platzen der Immobilienblase vor 7 Jahren vorausgesagt hatte…da hatte ich mich für sonen Kram noch gar nicht so interessiert.
am 20. Januar 2009 um 13:35 Uhr.
Oh, da war ich schneller als der Jörn
Das sind ja wohl auch Kredite, oder? Die werden in der Regel ja in Raten zurückgezahlt, ähnlich wie auch bei Immobilien hierzulande. Der Unterschied von hier zu Amerika ist, dass die Menschen dort solche Kredite lange Zeit mit neuen Krediten zurückgezahlt haben. Also Schulden mit neuen Schulden beglichen haben. Durch den Wertzuwachs ihrer Häuser ging das ja auch lange gut, aber seitdem die Preise eingebrochen sind haben die und wir alle den Salat…
am 20. Januar 2009 um 13:58 Uhr.
Ich denke schon, dass man ein paar Regularien unterbringen könnte. Das heißt natürlich nicht, dass das Wirtschaftssystem nicht dennoch ab und an zusammenbrechen wird. Das ist systemimmanent für jegliches System, das auf Wachstum basiert, denn Wachstum kann prinzipiell nicht grenzenlos sein.
am 20. Januar 2009 um 15:52 Uhr.
Hallo Schaps,
wow, vielen Dank für diese Informationen.
Ich konnte eigentlich das Wort Finanzkrise schon nicht mehr hören, hatte aber auch nicht wirklich die Zusammenhänge verstanden. Ich hatte einfach keine Lust und – aufgrund der persönlichen Umstände wie du weißt – auch keine Nerven für solche komplizierten Dinge. Dank dir verstehe ich jetzt aber einen großen Teil davon. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob alles richtig ist, was du geschrieben hast, aber ich finde du hast das richtig gut erklärt! Jetzt verstehe ich erst das ganze Ausmaß dieses “Bankraubs”.
Wenn ich es richtig verstehe, platzt jetzt das ganze System wie eine Seifenblase. Bei Seifenblasen ist es ja auch so, einige platzen früher andere später. Dabei schillern sie so verführerisch schön. Also die Seifenblasen, solange sie immer höher steigen.
Ich glaube fast, manchmal ist es besser, wenn man nicht alles versteht.
Na ja, es kann auch nicht unendlich bergauf gehen.
Aber einen Vorteil hat es ja: Wenn man ganz unten ist, kann es nur noch bergauf gehen. Okay, es könnte sich auch noch die Erde auftun und uns für immer verschlucken. Hmmm… nee, denken wir zur Abwechslung mal positiv.
Einen Tipp hätte ich noch an dich, lieber Schaps: Absätze! Nein, nicht die für Schuhe.
Dein Text, er braucht Absätze. Sie helfen den Lesern bei längeren Texten bis zum Ende durchzuhalten. Schließlich müssen sie zwischendurch mal Luftholen können.
Und außerdem sieht besser aus.
Liebe Grüße,
Martina
am 20. Januar 2009 um 16:05 Uhr.
Holger
Das stimmt…hier und da mal eine Rezession ist ja normal. Aber ein totaler Kollaps unseres kapitalistischen Systems, glaubst du nicht, dass das auch Gefahren in sich birgt? Also dass es danach nicht zwangsläufig auf Kapitalismus wieder hinauslaufen wird?
Martina
Keine Ursache!
Dass es oft besser ist sowas nicht zu verstehen, da stimmt ich dir zu! ^^ Und bei Blasen ist es immer so, dass sie früher oder später platzen. In diesem System ist es aber nicht immer sofort ersichtlich OB es sich um eine Blase handelt. Es kann durchaus auch sein, dass nach 2009 das Schlimmste überstanden ist und nix weiter passiert. Das weiß man eben nicht.
Absätze? Ich hab doch 7 Stück! Oder meinst du wirklich mit einer Zeile frei?
am 20. Januar 2009 um 16:08 Uhr.
Ja, wirklich mit einer Zeile frei. Sonst ist es kein gescheiter Absatz, sondern nur eine neue Zeile.
am 20. Januar 2009 um 16:12 Uhr.
Jaaa! Genau so. Sieht prima aus.
am 20. Januar 2009 um 16:34 Uhr.
Okay, dann bin ich nun auch zufrieden
am 20. Januar 2009 um 17:05 Uhr.
Fein geschrieben, lieber Schaps
Das ganze ist wie ein Gartenteich, in dem ein paar tote Fische abgesackt sind.
Die gären dann so vor sich hin, bisschen Kaka von den anderen Fischen, und man sieht von oben nur eine hübsche von Libellen umtanzte Glitzerfläche.
Nur – irgendwann wird des Gases zuviel und es pupst
Manchmal kann man den Teich noch retten; wenn nicht, kippt er um, und die Scheiße stinkt zum Himmel …
Schaun wir mal …
am 20. Januar 2009 um 17:44 Uhr.
Oh ja! Ein sehr geiler passender Vergleich den du du machst!
Ich frag mich ob man diesen stinkenden Tümpel hier noch retten kann…auf jeden Fall sieht er nichtmal von außen noch hübsch aus ^^
am 20. Januar 2009 um 17:53 Uhr.
Ist vielleicht ganz gut so, dass er richtig fies aussieht
dann ist der Anreiz diesen Stinkebottich auszumisten umso größer.
am 20. Januar 2009 um 17:58 Uhr.
Stimm! ^^
Und besser es wurde jetzt erkannt als noch später
am 20. Januar 2009 um 18:05 Uhr.
Kannst du dich noch daran erinnern?
Es war vor ein paar Jahren, als manche Bankmanager und Politiker genölt haben, sie wollen auch soo gern soo viel Freiheiten haben wie die Amerikanischen Finanzhäuser…
Bin ich froh, dass so mancher recht rückständig geblieben ist
am 20. Januar 2009 um 18:11 Uhr.
Stimmt…und ich kann mich auch noch dran erinnern als die citbank angefangen hat jedem Idioten Kredite zu geben. Aus heutiger Sicht einfach irrsinnig was alles gemacht wurde!
am 20. Januar 2009 um 18:16 Uhr.
Vielleicht müssen sich auch so manche Bürger ein wenig selbst am Näschen packen
…
wenn einem zwanzig Prozent Rendite versprochen werden, kann was nicht stimmen…
Ich sag da nur “Gier frisst Hirn”
am 20. Januar 2009 um 18:24 Uhr.
Stimmt genau! An solche Leute wurden diese ganzen Ramschwertpapiere ja verscherbelt. Und an Zockerbanken wie die Hypo sowie an die gern gesehehen Heuschreckenfinanzinvestoren. Aber die machen das ja alle aus Kalkül. Die Menschen die sich sowas jedoch andrehen haben lassen, die sind mehr oder weniger selbst schuld.
am 20. Januar 2009 um 18:32 Uhr.
Leider sind das die Wenigsten
…
Viele haben sich mitreißen lassen
…
Vielleicht lernen die Gesellschaften auch etwas daraus
am 20. Januar 2009 um 18:45 Uhr.
Das nehm ich mal stark an. Wenn nicht, dann wiederholt sich alles irgendwann wieder
am 21. Januar 2009 um 07:45 Uhr.
Mein offener Immobilienfond wurde Ende Oktober gesperrt – bis mitte/Ende Januar. Und das, obwohl es ein offener Fond ist, und man darauf eigentlich immer Zugriff haben sollte. Das hat mich echt gefuchst…. Ich hoffe der Fond bleibt nicht noch länger geschlossen..
am 21. Januar 2009 um 08:36 Uhr.
Ich bin zu tiefst davon überzeugt, dass es zum Kapitalismus keine Alternative gibt, die zur Natur des Menschen passt. Kommunistische und sozialistische Systeme sind grandios gescheitert, weil das Allgemeinwohl die Menschen nicht zur Leistungserbringung anregt. Habgier und Neid sind nun mal der Antrieb des Menschen, und dazu passt nur der Kapitalismus samt freier Marktwirtschaft.
am 21. Januar 2009 um 10:24 Uhr.
Lilo
Also mit Fonds kenn ich mich nicht so gut aus, aber ich glaube da wird nix Schlimmes passieren…
Holger
Na gut, da hast du auch wieder recht. Das ist die einzig realistische Form.
am 21. Januar 2009 um 12:27 Uhr.
Das wichtigste ist ja, dass das Geld nicht weg ist. Es hat nur jemand anders.
am 21. Januar 2009 um 12:39 Uhr.
Naja, einige wenige…da greift dann bei mir doch die Robin Hood Mentalität und ich werde sauer
am 21. Januar 2009 um 13:05 Uhr.
Das glaub ich gar nicht mal so, wenn man zum Beispiel an Herrn M. denkt (Gibt’s da nicht auch was von R…..?) oder Abramo wirklich 22 Mrd. verloren hat, es trifft auch mal die anderen. Natürlich hat der mit 3 Mrd. immer noch genug zum Leben, aber wer vorher sein Geld richtig eingesetzt hat, den trifft es halt nicht so hart, wie ein paar dumme Menschen, die ihr Geld in Island angelegt haben für 0,5 % mehr Zinsen und sich noch nicht mal über die Absicherung informiert haben. Die haben sowas auch verdient.
Man muss natürlich unterscheiden. Einerseits zum Beispiel die Leiharbeiter, die jeden Tag den gleichen Job erledigen wie die Kollegen, trotzdem weniger Geld bekommen und dann sofort rausgeworfen werden. Und dann gibts die, die ich oben eben schon genannt habe.
Naja, aber wer sein Haus rechtzeitig verkauft hat, der hat davon natürlich profitiert. Auch die soll es geben.
am 21. Januar 2009 um 13:55 Uhr.
Das hast du super erklärt, das hab ich verstanden, danke dafür.
Ich verlink das gleich mal auf meinem Blog, wenn du nichts dagegen hast.
Was mir dazu einfällt war so eine Sendung mit diesen ganzen Auswanderern, die nach Amiland sind und so gut wie alle gesagt haben: “Wer hier keine Schulden hat ist reich!” Und irgendwas mit 12 Kreditkarten mit irgendwas im zweistelligen Tausenderwert, die man einfach so ohne Absicherung kriegt…
Ich krieg ja auch bei diesen ganzen Werbungen, wie sie im Moment zB der Ichbindochnichtblöd-Markt macht, die Kriese, jetzt kaufen, in drei Jahren bezahlen, oder in Raten über 30 Monate, oder die ganzen Autohersteller. Ja wenn ich das Geld für sowas jetzt nicht habe, wie soll ich das dann in drei Jahren haben? Versteh ich nicht, würde ich nicht machen, ausser vielleicht Leasen, aber auch nur vielleicht.
Mein Vater hat damals, als er die Praxis gekauft hat (also eine Arztpraxis) nächtelang nicht schlafen können, weil er den Gedanken nicht ertragen hat, dass er dafür einen Kredit aufnehmen musste.
am 21. Januar 2009 um 13:58 Uhr.
[...] Wer lesen mag, der klicke hier [...]
am 21. Januar 2009 um 14:04 Uhr.
Okay Nelle, da hast du recht…aber diese reichen Schnösel besitzen ja meistens auch nur virtuelles Geld…in Form von Aktienvermögen. Die haben dann 10 Mrd in Aktien, aber wirklich verfügbar “nur” ain Paar Mrd…und wenn ihre Aktien sinken sind sie auf einmal arm…wie 2000 als der Neue Markt zusammenbrach.
Stimmt, manche haben sicher ihre Häuser rechtzeitig verkauft…das hat diesen Effekt sicher noch einmal unterstütz. Was die Jobs angeht hast du recht, ist schon kacke wenn man als Leiharbeiter kaum Rechte hat
am 21. Januar 2009 um 14:09 Uhr.
Polly
Mal wieder gleichzeitig hier
Ich hab natürlich nix gegen den Pingback! Diesen Spruch von wegen wer keine Schulden hat ist reich, den hab ich auch mal gehört…weiß nur grad nicht wo…und das mit den Krediten ist sone Sache. Im Prinzip sind sie ja echt gut. Wenn man eine Praxis kaufen möchte oder ein Geschäft eröffnen, aber wenn es so ausufert dass die Banken ihr Kreditgeschäft so exzessiv und aggressiv vermarkten und einen Kredithandel starten der an Körperverletzung grenzt, dann ist sind sie schon eindeutig zu weit gegangen!
am 1. Februar 2009 um 12:51 Uhr.
Das nen ich mal eine anschauliche Erklärung. Bisher habe ich selbst auch noch nichts von der Krise gemerkt – mal schauen wann es uns erreicht. Ein Ende ist wohl nicht abzusehen – wer weiß welche dicken Hunde die noch so begraben haben…
am 1. Februar 2009 um 12:59 Uhr.
Jetzt beginnen jedenfalls die Arbeitslosenzahlen zu steigen. Auf mich wird das auch keine weiteren Auswirkungen haben, aber wie die weitere Entwicklung wird wird wirklich interessant werden…