Warum wir Studenten arm dran sind
Wie bei allen Bevölkerungsgruppen gibt es natürlich auch Vorurteile über Studenten. Aber ich mach es mir mit diesem Artikel jetzt nicht zur Aufgabe diese aus dem Weg zu räumen…dafür mag ich Vorurteile viel zu gern! Aber was ich in den letzten Jahren beobachten konnte, und das nicht nur, aber vor allem, bei uns Studenten, das ist die Entwicklung zum oblatorischen Alleskönnen. Es wird immer mehr gefordert, aber nach außen wird das als Vereinfachung für alle verkauft.
Beispiel Bolognaprozess, die Umstellung auf Bachelor und Master. Ich bin kein Gegner davon, aber ich würde mal sagen, das Ziel wurde verfehlt. Unter anderem, dass Abschlüsse international besser vergleichbar werden oder dass man früher einen Abschluss hat. Ich bezweifel gar nicht, dass jetzt so einige nach drei Jahren den Bachelor haben und ins Berufsleben starten, ich habe das ja sogar gerade mitbekommen. Aber man muss auch beachten, wie man so schnell zu einem Abschluss kommt. Ich gebs ja zu, ich bin etwas fauler als andere, aber ich würde mal sagen, der Durchschnitt schafft seinen Abschluss nicht nach drei Jahren. Woran könnte das liegen? Zum Beispiel am Grundrecht der persönlichen Entfaltung. Normale Menschen leben nicht nur für die Karriere. Wenn ich schon höre, dass eine 15 Jährige gerade ihr Abi mit 1,0 bestanden hat, dann frag ich mich was das soll. Hat das Mädchen kein Leben? Schon ein Jahr nach Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren mehren sich die Beschwerden, dass der Stoff kaum noch zu bewältigen sei und die Schüler keine Freizeit mehr hätten. Ist das der Sinn der Sache? Bildungsmonster zu schaffen?
Ähnlich ist es an der Uni. Bachelor heißt vornehmlich denselben Stoff wie vorher in weniger Zeit zu bewältigen. Zweitens heißt es Verschulung. Viele werden sich wundern was aus der guten alten Uni geworden ist. Wir bekommen Stundenpläne wie in der Schule und haben so gut wie keine Wahlmöglichkeiten, außer wir wollen uns Extraarbeit aufbrummen. Als nächstes wird sicherlich die totale Anwesenheitspflicht eingeführt, wie es an den Fachhochschulen die Regel ist. Dann darf man sich nicht mal mehr einteilen welche Vorlesungen man für wichtig hält und welche nicht. Und glaubt mir, es gibt so einige bei denen man sicherlich nicht anwesend sein muss. Wenn die Prioritäten aber dermaßen verschoben werden, verliert man den Blick für das Wesentliche.
Ein nerviges, überflüssiges Detail ist da noch die Prüfungsanmeldung. Also dass das online gemacht wird, das ist ja große Klasse. Aber die Anmeldefristen sind der Wahnsinn! Erstmal ist das nur eine Woche und zweitens wird man über diese Frist nur einmal informiert, zu Beginn des Semesters! Also ich weiß am Beginn des Semesters wann ich mich am Ende des Semesters für Prüfungen anmelden muss! Klasse, vor allem weil ich mir sowas natürlich aufschreibe, damit ich jeden Tag dran denke! Zweitens die Prüfungsabmeldung. Die gibt es bei uns nicht! Ja, ein Superhirn hat sich überlegt, dass wenn man sich nicht mehr von Prüfungen abmelden kann, dass wir dann schneller unseren Abschluss haben. Ja aber sicher doch! Jetzt holen sich natürlich alle jedes Semester schön Atteste vom Arzt anstatt sich abmelden zu können. Ob das den Verwaltungsaufwand reduziert, das bezweifel ich. Im Prüfungszweitraum ist vor unserem Dekanat immer eine schöne Schlange mit schwer kranken Studenten…
Außer dass man so schnell wie möglich einen Abschluss haben muss, man muss natürlich auch sozial eingebunden sein und eine gute Allgemeinbildung besitzen. Ich behaupte jetzt einmal ganz dreist, viele meiner Kommilitonen besitzen die nicht. Und das ist ja nicht nur der Trend bei uns, darüber wird seit Jahren diskutiert. Die Jugend wird immer dümmer. Aber woran liegt das denn? Ich sage, garantiert auch an den Einschränkungen durch den Leistungsdruck. Wenn man nichtmal mehr für seine Hobbys Zeit findet, dann wird man sicherlich eine Tageszeitung lesen und Nachrichten kucken! Allein auf den immer höheren Druck kann man das zwar nicht schieben, aber die Entwicklung geht doch schon seit Jahren dahin. Ich kann von Glück reden, dass mein Studiengang keine wirklichen Fristen besitzt, also dass man bis dann und dann die Prüfung bestanden oder bis dann und dann ein Praktikum gemacht haben muss. Außer wenn man seinen Abschluss macht, dann sollte man sein gesamtes Pensum natürlich hinter sich haben.
Aber da kommen wir zum nächsten Punkt. Die Prüfungen. Durch die Modulisierung infolge des Bolognaprozesses kann es nämlich durchaus sein, dass man in einem Fach nicht nur eine oder zwei, sondern drei Prüfungen hat. Drei Prüfungen für eine Note. Auch super. Und wenn man in einer der drei Teilprüfungen durchfällt, dann darf man alle drei nochmal machen. Und einer von drei Versuchen ist weg. Dreimal durchfallen heißt Exmatrikulation. Das heißt also, wir haben pro Semester fünf oder sechs dieser sogenannten Module, aber ein Modul heißt wie gesagt nicht unbedingt eine Prüfung, sondern auch zwei oder drei. Also pro Semester fünf bis acht Prüfungen, die alle in die Endnote des Abschlusses gelangen. Das ist nicht nur eine Menge Arbeit, sondern auch ein ziemlicher Druck. Denn irgendwelche Schlaumeier haben sich ausgedacht, dass nicht jeder der den Bachelor schafft auch den Master machen darf. Da gibt es einen Mindestnotenschnitt. Ich meine, wer denkt sich denn sone Scheiße aus? Wenn man statt einer geforderten 2,5 eine 2,6 hat, dann wars das mit dem Master. Nicht dass ich den unbedingt machen will, aber ich würde gern die Wahl haben!
Soziale Kompetenz. Ein weiterer Punkt. Im Bewerbungsgespräch kommt es besser, wenn man wie oben schon geschrieben, Allgemeinbildung besitzt. Aber soziale Kontakte sind genauso wichtig. Erstmal möchte sie normalerweise jeder hegen und pflegen und zweitens kommt es sicherlich nicht so gut an, wenn man ein offensichtlicher Außenseiter ist. Da ich schon immer Schwerpunkte auf sozialem Umfeld und Allgemeinbildung hatte, ist es jetzt gar nicht so verwunderlich, dass es zumindest anfangs im Studium haperte. Ein Studium hab ich abgebrochen und beim zweiten bin ich im sechsten Semester. Ja, ich hätte jetzt im Sommer theoretisch meinen Bachelor haben können. Hab ich aber nicht, ich brauch noch ein wenig länger. Wenn ich nur an das beschissene viermonatige Praktikum denke das wir machen sollen! Dabei haben wir glücklicherweise auch kaum Freiheiten bei der Wahl. Sehr toll. Dann darf man nämlich dort Praktikum machen wo man gar nicht will und es einem herzlich wenig bringt.
Also außer dass wir in sechs Semestern schätzungsweise 45 Prüfungen machen müssen, wir sollen auch noch vier Monate Praktikum absolvieren. Wo wir das unterbringen, das müssen wir schon selbst sehen. Dann sollte man eine gute Allgemeinbildung besitzen. Wir wurden gerade vor ein Paar Tagen angemeckert, weil keiner die Frage des Dozenten beantworten konnte was am 1. Juli 1990 Wichtiges geschehen war. Dann sollte man sozial gut eingebunden sein. Aber ich seh ja bei den Arbeitstieren, die ihren Abschluss in drei Jahren schaffen wollen, dass die Freizeit darunter leidet. Wenn man einmal davon absieht, dass man ja eigentlich auch ein Auslandssemester machen sollte und sich freiwillig in irgendwelchen anderen Dingen engagieren sollte.
Denn sowas sieht im Lebenslauf ja so toll aus!
am 2. Juli 2009 um 19:09 Uhr.
Na da bin ich aber mal gespannt =)
am 2. Juli 2009 um 23:09 Uhr.
Bin gespannt.
am 3. Juli 2009 um 10:22 Uhr.
Hibbel!!
(Eine Summer Jam Party im Club unter Palmen?)
am 3. Juli 2009 um 16:28 Uhr.
Na mal sehen Schaps was da wieder los war. Ich rechne mit dem schlimmsten..muß ich? Gruß FRED
am 3. Juli 2009 um 22:38 Uhr.
Und wo ist er nun, der studentische, aufrührerische und schockierende Artikel?
am 4. Juli 2009 um 07:01 Uhr.
du bist echt zu bedauern ….
am 4. Juli 2009 um 16:24 Uhr.
Paul
Darfst du auch
Hofnarr
Und du auch ^^
Donky
Nein, leider nicht unter Palmen, aber in nem Club
Fred
Das Schlimmste? Von mir??
Feronis
Da isser
Andrea
Wirst ja noch sehen ^^
am 5. Juli 2009 um 00:35 Uhr.
Moinsen,
du lässt das Unigeschehen noch einmal Revue passieren und leider kann ich mich dir nur anschließen. Dieses ganze System aus Junggesellen und Meistern ist ein bissl schief geraten. Man wollte das Uniwesen reformieren und bekam das selbe raus wie bei der Schulreform und den 12. Schuljahren plus Profiloberstufe, mehr Arbeit auf weniger Zeit und ohne dass man das kleinste Augenmerk auf die jeweiligen Interessen eines Schülers/ Studenten gelegt hat. Es scheint, dass das Lehrwesen geradewegs an der Realität vorbei schreddert. Schade um jeden, der auf der Strecke bleibt, weil er den Anforderungen nicht gewachsen ist.
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Es wird gewünscht und gefordert, die eierlegende Wollmilchsau!
am 5. Juli 2009 um 12:32 Uhr.
Sehr schön formuliert! Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen
am 5. Juli 2009 um 12:43 Uhr.
Wie albern Bologna ist, sieht man an unserem privaten Vergleich.
Alex hat in England den Bsc in einem Fach gemacht, den Master in etwas ganz anderem. Da kann man eben nach dem Bsc. in Fach X einen Prof einer anderen Hochschule in einem anderen Fach von sich selbst überzeugen und dann den Master also in was völlig anderen als Fach X machen, wenn der zuständige Prof meint, dass Du dafür geeignet/genügend interessiert bist.
Hier ist der Bsc. eher eine Art “Zwischenprüfung”, nach der Du Dich um einen Platz für den Master im selben Fach kloppen darfst (davon gibts natürlich weniger als Bsc.-Absolventen). Nix mit Wechsel des Studienfachs etc.
Meiner verschwörungstheoretischen Meinung nach haben sie in D einfach nur eingeführt, dass der Bsc. ein “berufsqualifizierender Abschluß” ist, damit sie ggf. irgendwann für den Master Gebühren einfordern können. Denn das Erststudium ist damit ja immer noch frei/kostenlos.
am 5. Juli 2009 um 12:45 Uhr.
Wat findste denn gut an dem Bologna-Krams?
Und jetzt mach ich mal kurz Werbung für den neben Medizin einzigen Studiengang, der davon auf absehbare Zeit verschont bleiben wird: Leute, studiert Jura!
am 5. Juli 2009 um 13:00 Uhr.
Daniela
Dass das so in England ist wusste ich gar nicht, aber das zeigt ja eindeutig wie starr es bei uns ist! Der Wechsel des Studienfachs, ein guter Punkt! Ist mir gar nicht eingefallen…
Ob deine Verschwörungstheorie der Wahrheit entspricht wird man aber erst später sehen ^^
Niels
Ahhhhh!! Jura! *kreisch*
am 5. Juli 2009 um 16:14 Uhr.
Ja, das mit der internationalen Vergleichbarkeit ist eine schöne Idee…Mehr aber bisher auch nicht. Gleichgültig ob man dem humboldtschen Bildungsideal jetzt abschwören will und alles verschult: Mehr Bildung gibt’s zunächst einmal nicht, es gibt nur mehr Leute, die studieren. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Das sagt nur so keiner, weil sich’s nicht so toll anhört.
Ich kann es irgendwo nachvollziehen, dass man Bummelstudenten das Leben schwer machen will (bin mit einer zwostelligen Semesterzahl doch jetzt auch schon länger über der Regelstudienzeit). Das ist ja auch eigentlich ganz nett gemeint. Ich hätte mit ein bisschen mehr Druck (Pflichtprüfungen, Module, Credit-Points, weißdergeierwasnoch) sicher auch schneller studiert. Wär mit Sicherheit auch schon fertig.
Aber ohne das jetzt zu beschönigen: Um sich wirklich zu bilden, braucht man eben Zeit. Und damit meine ich jetzt eben nicht das Durchzocken des Pflichtstoffs. Bildung ist nicht in sechs Semestern zu machen. Es gibt tatsächlich Menschen, die sich in ihrer “Mußezeit” auch mit anderen Sachen beschäftigen, die zur Bildung beitragen. Wie schön kann es sein (kann wohlgemerkt), sich in ein komplett fremdes Thema einzuarbeiten. Und wann, wenn nicht im Studium soll das sein? Das hört man aber bei der ganzen Situation derzeit nicht und ich frag mich: Was mach ich eigentlich die ganze Zeit?!
Darüber hinaus kann man durch die Änderung von oben nicht ganze Bildungstraditionen nivellieren: Schon mal Frankreich und Deutschland verglichen? China und Italien? Nur weil die dann vielleicht denselben Abschluss haben, heißt das nicht, dass sie dasselbe können, geschweigedenn gleich “gebildet” sind. Die Lehr-, Lern- und Forschungstraditionen gehen von Land zu Land soweit auseinander, dass es für viele fast unmöglich ist, sich komplett in ein “fremdes” System einzudenken, wenn sie das deutsche bspw. gewöhnt sind (das betrifft unter anderem und vor allem das lehrende Forschen und die forschende Lehre, die es in Frankreich so bspw. nicht gibt).
Naja, so bin ich wahrscheinlich einer der letzten meiner Art, der als Magister Artium in die (Bildungs-)Geschichte eingehen wird
Dass man mehr Menschen den Zugang zur Bildung ermöglichen sollte, steht außer Frage. Aber es gibt eine kleine Checkliste, die man abarbeiten sollte:
1) Feststellen, dass die Umstellung nicht geklappt hat, also
2) Veränderung… bitte schnell! Danke, Bildungspolitik!
Achja, man kann mich jetzt auch als Prediger mieten
am 5. Juli 2009 um 16:28 Uhr.
Das ist das Pech des Zuspätgeborenen
Nein im Ernst, während in Europa die Studenten mit dem Bolognascheiss gegängelt werden, beginnen in den USA, den Erfindern des Bachelor- und Masterabschlusses, etliche Universitäten den deutschen Diplomstudiengang einzuführen, weil sie glauben, dadurch die Qualität des Studiums verbessern zu können.
Persönlich bin ich jedenfalls froh, dass ich meine Studien schon hinter mir habe. Natürlich gab es Kommilitonen, die nach 30 Semstern noch kein Vordiplom hatten, aber das Gros der Studenten hat sich an die Regelstudienzeit gehalten, allein schon wegen des BaFöG. Ich habe mein Studium mit Nachtwachen im Krankenhaus selbst finanziert, und bin nach 25 Semstern mit zwei Diplomen und einer Promotion in die Welt hinausgegangen. Ich bedauere die heutigen Studenten aufrichtig dafür, dass ihnen die tolle Studienzeit meiner Generation vorenthalten wird.
am 5. Juli 2009 um 16:30 Uhr.
…offenbar kann ich das Wort Semester nicht mehr richtig schreiben.
Also Semster soll Semester heissen
am 5. Juli 2009 um 19:23 Uhr.
Ja, ein Hoch auf die Politiker die sich diese ganzen feinen Bildungsreformen ausdenken
Ein guter Artikel, da hat sich das Warten ja gelohnt!
am 6. Juli 2009 um 22:59 Uhr.
wenn dann die literatur so aussieht

ist die reform am ziel…
am 7. Juli 2009 um 09:13 Uhr.
Ich will mich kurz fassen. Schaps, ich bin ganz deiner Meinung!
Und dann soll in absehbarer Zeit dafür auch noch Studiengebühren bezahlt werden. Bzw anderswo wird schon bezahlt.
1000 EURO IM JAHR!
Dabei kann ich echt an die Decke gehen
am 7. Juli 2009 um 11:02 Uhr.
ich bin auch einer der Bachelor und Master. Ich weiß was du meinst. Das Bachelor-Dasein war manchmal echt der Wahnsinn, hatte teilweise 10-11 Prüfungen im Semester…was ich da von der Uni höre, da sind es teilweise nur 3-4. Der vorgeschriebene Stundenplan kotzt mich auch an.
Im Master jetzt ist es teilweise so, wie man es sich in der Uni vorstellt. Aber die Zeiten für die verschiedenen Vorlesungen sind so beschissen gelegt, dass man kaum dazu kommt, noch andere Vorlesungen zu besuchen, weil diese parallel stattfinden.
Und das schlimmste an der ganzen Bachelor-Master-Sache ist, dass das viele Unternehmen bisher nen Dreck interessiert und die gar nix damit anzufangen wissen
Als Bachelor braucht man ja gar nicht mal ankommen, da ist ja bald eine Ausbildung besser….so kommt es mir zumindestens oft vor.
am 7. Juli 2009 um 13:33 Uhr.
Richard
Wahre Worte! Den Punkt, dass man nur noch für Prüfungen lernt, dem kann ich vollkommen zustimmen! Ich merk das selbst, kurz nachdem man bestanden hat, vergisst man den Kram wieder…das ist ja wohl nicht Sinn der Sache!
Holger
Das mit dem falschen Semester lass ich mal durchgehen, die Studienzeit ist bei dir ja auch schon etwas länger her
Da ich nicht weiß wie es vor einigen Jahren noch war zu studieren, und ich nur ein einziges Semester auf Diplom studiert habe, kann ich nicht wissen was heute genau anders ist. Ich hab nur das geschrieben was ich in dieser kurzen Zeit selbst bemerkt habe. Und bisher lass ich mich, da wir ja kaum Fristen haben in unserem Studiengang, auch nicht drängen…ich hoffe das geht soweit gut ^^
Feronia
Danke! Bei der Politik und Gesetzesentwürfen ist es ja häufig so, dass diese Leute entwerfen und beschließen, die selbst nicht mehr viel mti dem Stoff zu tun haben. Siehe Bologna und Internetzensur…
Moccafaux
DAS wäer allerdings klasse! ^^
Super wärs auch, wenn man in Seminararbeiten und Abschlussarbeiten auch lool oder sowas schreiben dürfte
Miracleworld
Du hast recht, viele Arbeitgeber wissen noch nicht wie sie die neuen Abschlüsse einschätzen sollen…aber langsam entwickelt es sich (zwangsweise) dahin, dass auch wir Stellen bekommen
Was aber das vielleicht größere Übel ist: Es wird absolut kein Unterschied gemacht zwischen Bachelor und Master…sprich: Viele Studieren umsonst länger ^^
am 7. Juli 2009 um 14:10 Uhr.
danke, das tröstet mich jetzt sehr
am 7. Juli 2009 um 14:23 Uhr.
Oh oh!
Aber ich bin ja selbst auch noch am überlegen…
Mein Mitbewohner hat zB nichtmal den Bachelor fertig, hat sich bei einer Stelle beworben, ein Vorstellungsgespräch gehabt und hat die Stelle bekommen…hm…
am 7. Juli 2009 um 14:51 Uhr.
*Ironiemodusein*
nicht auszudenken das du dann doch mal vor 11:00 aufstehen musst!
Du tust mir sooooo leid…45 Prüfungen und noch Praktikum
Tjo……..ich habs hinter mir und bin froh drum…….wie war das gleich noch mal mit dem “Wer zuspät kommt den bestraft das Leben!”……
*Ironiemodusaus*
Liebe Grüße von so einem veralteten Dipl.Ing.
Bonafilia
am 7. Juli 2009 um 14:57 Uhr.
Ich trauer ja gar nicht den alten Abschlüssen nach, sondern kritisiere die Erwartung dass man ein Wissensmonster ist, das nach drei Jahren seinen Abschluss mit 1 macht.
am 7. Juli 2009 um 15:59 Uhr.
Ich weiss, warum ich nie nich studieren wollte

Und ich glaube in Deutschland ist so einiges auf dem Weg nach unten.
Aber ich bekomm’s ja nur am Rande mit.
Zum Glueck.
am 8. Juli 2009 um 02:10 Uhr.
Wenn etwas bergab geht steigt damit aber die Hoffnung dass es wieder besser wird
am 8. Juli 2009 um 10:14 Uhr.
Grundsätzlich halte ich auch nichts von dem neuen System, so viel Studies wie möglich durch ein kurzes Studium zu hetzten. Wobei ich denke, kicher, Du lässt Dich sicherlich nicht aus der Ruhe bringen.
Als ich damals mein Diplomstudium angefangen habe, habe ich auch im Grundstudium von 9:00 bis 19:00 Uhr brav gelernt. Von Studentischer Freiheit keine Spur. Im Hauptstudium ging es dann besser.
Wo ich Dir ebenfalls beipflichte ist in der Tatsache, das Noten des Grundstudiums bzw. ersten Semester mit in die Prüfung einfließen, UNMÖGLICH!
Auf bald
Martina
am 8. Juli 2009 um 11:02 Uhr.
Ich hab scheinbar auch echt Glück, mein Bruder muss zB ziemlich fix durch. Er MUSS es in drei Jahren schaffen und hat pro Prüfung nur zwei Versuche…
am 8. Juli 2009 um 11:04 Uhr.
Weil ‘se den ganzen Tag über im Internetz abhängen, nur noch einfältige SMSen tippen oder ach so weltbewegende Tweets raushauen. Ich hab’s schon lange geschnallt.
Nö? Stimmt, das Jobcenter gibbed ja auch noch.
am 8. Juli 2009 um 11:39 Uhr.
Ich behaupte, dass die Elterngeneration auch keinen Plan mehr hat und den Kids nix mehr mitgibt. Denn auch meine Kommilitonen sind nicht automatisch die Hellsten
am 8. Juli 2009 um 12:38 Uhr.
Was ist daran so schlimm ein Wissensmonster zu sein und einen Abschluss mit EINS zu machen?…..Solange das Wissen auch wissenswert ist –> rein damit ins Hirn. Ansonsten lass es raus , Fachidioten gibt es nun genug!

Aber ich weiss was du mir sagen willst, der Spaß bleibt bei dem Druck auf der Strecke, alles muss schnell schnell gehen und Ehrenrunden sind kaum drin…wofür eigentlich?…um dieser bekloppten Welt und ihrem kranken Wirtschaftssystem zu dienen?….
Wodran das liegt das die Elterngeneration keinen Plan hat?….Weil sie ihren lieben Kleinen alles abnimmt, sie vollstopft mit irgendwelchem Scheiß und immer wieder betont “Wir meinen es doch gut, von uns bekommt er/sie doch alles!” Genau das ist der Fehler…gebt den Kleinen weniger und lasst sie kreativ werden anstatt sie vollzududeln mit XBox und Co.
Regeln Nummer 1 als Eltern–> Lasst die Kinder in Ruhe! (siehe Leitfaden für faule Eltern von Tom Hodgkinson)
Liebe Grüße von einer faulen Mutter!
am 8. Juli 2009 um 12:52 Uhr.
Sehr gut getroffen! Natürlich kommt es auf beide Seiten an, aber wenn im Elternhaus schon versagt wird, dann kann man das nicht alles in der (Schul)Ausbildung aufholen. Und die Studenten unnötig unter Druck zu setzen, davon halte ich absolut nichts. Was wär das denn für ein Aufschrei, wenn das auf einmal auch an den Schulen eingeführt wird? Wer das Jahr nicht schafft, der fliegt von der Schule?
am 8. Juli 2009 um 16:18 Uhr.
So, dann schreib ich jetzt doch auch noch was, ich bin ehrlich, ich hab die anderen Kommentare jetzt nicht gelesen.
Also vorne weg, wie du weißt, studiere ich Tiermedizin, mit dem Bachlor Master Kram hab ich also nix am Hut.
Aber mit der Tatsache, im Prinzip keine Freizeit zu haben, damit hab ich was am Hut.
Ich hatte jetzt dieses Semester 26 Prüfungen. Und da sind die, die ich nachgeholt habe, nicht reingezählt. Also regulär.
Ein Semester hat 3 Monate, 3 Monate haben 12 Wochen, das macht im Schnitt also 2, x (ich bin grad zu faul zum rechnen) Prüfungen pro Woche. Oder eben mal ne Woche nur eine und die Woche drauf dann drei, je nachdem.
So, nun sind wir fertig, Freitag stellen die, die dürfen, einen Antrag aufs Physikum und dann ist am 27.7 die erste Prüfung. Hey, da ham wer doch mal richtig viel Zeit, um den Stoff von drei Semestern zu lernen, wo uns das Dekanat doch versprochen hat, dass mindestens 5 Tage zwischen den Prüfungen liegen werden…
Weil wir wissen das ja alles noch, es hatte ja jeder Zeit, alles auf Langzeitgedächnis zu lernen und hat sich den Kram nicht mal eben auf Teufel komm raus und so viel wie reingeht ins Hirn gestopft.
Frag mich nicht nach meinen Biochemiekolloqs letztes Semester, da kann ich dir nicht mehr viel zu sagen. Da hab ich das dritte und das zweite Semester Biochemie paralell gemacht, weil ich ja Quereinsteiger bin und hatte jede Woche ein Biochemiekolloq und die regulären Kolloqs natürlich.
So und dann schau ich mir die Humanmedizinier an, die mit meinem Kumpel zusammen wohnen. Hey, als wir noch acht Stunden Vorlesung die Woche mehr reingedrückt bekommen haben (ich war in nicht einer der Vorlesungen, ich hab es zeitlich nicht geschafft) haben die rumgeheult, dass sie ja keine Vorlesungen mehr haben und man sich ja gar nicht mehr in der Uni sieht.
Da wo wir grade mal zwei Wochen und nen Keks Vorbereitung fürs Physikum haben, fährt seine Mitbewohnerin 20 Tage lang mit ihrem Freund an die Ostsee, die haben erst im September Physikum, also Zeit, darauf zu lernen. Wenn sie es denn tun.
Ach ja und selbst wenn ich das jetzt alles schaffen sollte, Wunder gibt es ja immer wieder, hab ich am ersten Tag des neuen Semesters direkt eine Pharmakologieprüfung, da geht einem doch das Herz auf, oder? Warum sollte ich auch Ferien haben? Wird alles überbewertet.
Und dann beschweren sich die Professoren, wenn in einer Modulvorlesung, die noch nicht mal wirklich geprüft wird, so wenig Studenten da sind.
Ja Mensch, Leute, die geht von 13.00 bis 15.00, da kann ich auch einfach mal zwei Stunden früher anfangen zu lernen, als mir Dinge anzuhören, die ich zwar interessant finde, aber im Moment einfach nicht brauche, weil ich sie nicht geprüft werde. Da kann ich die Zeit besser mit Lernen verbringen, ganz einfach.
Tja und wer jetzt die Zulassung nicht geschfft hat, der muss nicht nur ein Semester wiederholen, sondern zwei, weil Tiermedizin immer nur zum Wintersemester anfängt. Das ist total supi, vor allem wenn einem nur noch Kolloqs vom Ende des vierten Semesters fehlen. Da kann man dann einfach mal ein dreiviertel Jahr, hmm, rum sitzten, in alle Vorlesungen gehen, weil man ja Zeit hat? Schon mal alles fürs Physikm rausschreiben und einfach weiter lernen, damit man nicht raus kommt? Macht man das? Ich wage es zu bezweifeln…
am 8. Juli 2009 um 17:05 Uhr.
Du scheinst im Vergleich ja wirklich ein sehr sehr umfangreiches Studium zu absolvieren. Meins ist von der Arbeit ja nicht so umfangreich an sich, ich kritisiere hauptsächlich Studiengänge wie deinen, der ja nichtmal B/M ist! Wir sind kommen ja noch recht gut weg, bloß wird ja von jedem, also auch von dir verlangt, nicht nur das Studium zu machen, sondern am besten noch ein Auslandssemester oder Extraqualifikationen.
Da kann ich es vollkommen verstehen dass du total überlastet bist. Ehrlich gesagt, für mich wär das absolut nix!
Der Fokus wird nur noch auf das Tempo gelegt, die Qualität wird nicht mehr beachtet im Studium, aber danach wenn man dann einen Job sucht, dann braucht diese Qualitäte auf einmal. Und wo bekommt man sie her? Es wird nur noch für Prüfungen gelernt, nicht mehr fürs Leben. Und wollen wir wirklich dahin? Ich bezweifel das. Und ich werde mich auch nicht so verbiegen. Zum Glück habe ich diese Freiheiten noch!
am 8. Juli 2009 um 18:13 Uhr.
Naja, mein Lebenslauf ließt sich an sich ja jetzt schon recht interessant
4 1/2 Monate segeln auf nem Großmaster einer kanadischen Privatschule, dann ein Jahr Humanmedizinstudium in Polen auf Englisch und ein Jahr Tiermedizinstudium in Budapest.
Aber ich würde gerne eins meiner Praktika im Ausland machen, wo dann wieder die Frage ist, wo mache ich das? Es soll doch dann bitte gerne danke Englisch sprachig sein und auf British English steh ich nicht so, naja mal schauen.
Naja, ich würde mal behaupten, wenn ich fertig bin, bin ich schon ein ziemlicher Fachidiot. So richtig wie das alles geht, lernt man dann doch eher in der Praxis. Ich hoffe zwar, dass es nicht so sein wird, mal schauen.
Und Extraqualifikaitonen muss ich eh machen. Gut, wenn ich Kuhdoktor werde vielleicht nicht unbedingt, aber ich muss auch erstmal schauen, wie das da oben in S-H aussieht, wenn ich fertig bin, ob es sich dann noch lohnt.
Was ich zum Beispiel sehr, hmm, komisch fand, meine Mutter hatte letztens einen Knochenbrecher zu unseren Pferden gerufen. Man könnte ja annehmen, dass das ein Tiermediziner oder sonst jemand ist, der was mit Tieren am Hut hat. Nö, das war ein Orthopäde, also ein Dr. med, der macht drei Tage die Woche Menschen und drei Tage Pferde. Halbe Stunde, 100 €…
Das wäre eine Sache, die würd ich mir auch noch mal überlegen
Weißt du, es ist zwar schon ziemlich anstrengend, aber ich will das unbedingt machen. Da hau ich mir dann auch die Nächte vor den Prüfungen um die Ohren. Wenn ich dann in der Klinik stehe, beim Rotationspraktikum, entschädigt das dann für vieles.
Nur ein bisschen mehr Freizeit wäre nett
am 8. Juli 2009 um 19:40 Uhr.
Okay, dann haast du wirklich eine Begeisterung für das Fach. Ich habe auch noch viele andere Interessen, die kommen dann ab und zu mal in Konflikt mit dem Studium. Ins Ausland will ich aber auch noch gern!
am 10. Juli 2009 um 10:47 Uhr.
Hallo Schaps,
meine Nichte dachte auch immer, dass es Studenten nicht einfach haben… bis sie in die Arbeitswelt überwechselte…
Ich selbst kann das ja gar nicht beurteilen, was du hier schreibst. Ich habe mich mit demThema nicht näher beschäftigt, weil es mich nicht betrifft. Bevor ich also hier Blödsinn rede…
Ich finde ja, dass fast überall mittlerweile zu viel gefordert wird. Und das Soziale und das Menschliche bleiben dabei oft auf der Strecke. Besonders in bestimmten Branchen. Du funktionierst nicht so wie du sollst? Dann bist du nichts wert, weg mit dir.
Aber das ist ein anderes Thema.
Na ja, und nicht jede Veränderung ist auch eine Verbesserung. *seufz* Sieht man ja immer wieder. Kommt vielleicht daher, dass manchmal die Leute da “oben” Entscheidungen treffen, obwohl sie keine Ahnung von der Praxis haben, sondern nur die Theorie kennen.
Ich finde allerdings schon, dass Studenten ihr Studium auch ernst nehmen sollten (was ja nicht alle tun, womit ich dich aber jetzt nicht meine). Es ist ja eine Art Ausbildung. In meiner Ausbildung hatte ich auch feste Zeiten, logischerweise, da ich meine Ausbildung in einer Firma gemacht habe. Da konnte ich mir leider nicht aussuchen, ob ich in einer Abteilung mal nicht erscheine, nur weil es dort langweilig war und ich der Meinung war, dass Ablage machen mich nicht weiterbringt. Auch zu den festen Berufsschulzeiten hatte man logischerweise zu erscheinen, auch wenn ich das kaufmännische Rechnen besser beherrschte als der Lehrer.
Ein bisschen Spaß/Freizeit sollte für Studenten aber schon drin sein, denn der Ernst des Lebens beginnt noch früh genug. Und außerdem lässt sich so das Studium besser durchhalten.
Aber ich gehöre sowieso zu den Menschen, die nichts davon halten, wenn das Leben NUR noch aus Arbeit besteht. Die richtige Balance von Arbeit, Freizeit, Familie, soziale Kontakte usw. muss es sein, damit der Mensch auch gesund und leistungsfähig bleibt.
So, und jetzt habe ich mich verquatscht, zu einem Thema von dem ich gar keine Ahnung habe.
Liebe Grüße und viel Spaß,
Martina
am 10. Juli 2009 um 13:36 Uhr.
Ein Unterschied zur Ausbildung ist ja, dass wir kein Geld verdienen, sondern eigentlich nur bezahlen. Im ungünstigsten Fall sogar mit Studiengebühren. Man hat also schon ein Interesse nicht ewgi zu studieren, aber man will trotzdem seine Entscheidungen frei treffen können.
Dem Absatz des ausgewogenen Lebens kann ich voll und ganz zustimmen
am 10. Juli 2009 um 13:56 Uhr.
Leider bin ich ein wenig zu alt zum Studieren. Ich sehe aber ein, dass ihr arm dran seid, wenn da einfach keine Zeit bleibt um zwischendurch mal den Hannes wackeln zu lassen.
am 10. Juli 2009 um 14:00 Uhr.
Ja, in der Ausbildung bekommst du ein bisserl Geld, da hast du natürlich Recht. Hatte ich schon vollkommen verdrängt.
Als Industriekauffrau war das sogar verhältnismäßig viel. Dafür darfst du aber auch nicht nur lernen, sondern musst oft auch so ätzende Arbeiten erledigen, wie Ablage, kopieren, Kaffee kochen usw., wozu die anderen keine Lust haben
und gelernt hat man diese Dinge ja recht schnell.
In manchen Abteilungen durfte man aber auch richtige Dinge erledigen und wirklich etwas lernen, das hat dann auch Spaß gemacht.
Jetzt weiß ich auch wieder warum ich damals nicht studieren wollte. Ich wollte so früh wie möglich Geld verdienen, um auf eigene Füße stehen zu können.
Heute sehe ich das aber anders und habe oft das Gefühl, ich hätte was versäumt.
am 10. Juli 2009 um 14:43 Uhr.
Franky
Und den will man ja nun gern mal wackeln lassen ^^
Martina
Ich glaub das kann man von beiden Seiten so sehen, da hast du recht. Ich kenn auch viel Studenten die jetzt sagen sie hätten doch lieber gleich arbeiten sollen.
am 21. Juli 2009 um 23:12 Uhr.
Ihr Armen Studenten …
am 15. März 2010 um 19:20 Uhr.
Jap!
am 15. März 2010 um 19:23 Uhr.
[...] einfach zu gern. Damit dies aber nicht wieder ausartet wie in meinem hochgelobten Artikel über armdranne Studenten, schweife ich lieber mal wieder ab in Richtung hier Thema [...]