Und ihr nennt euch rational?
Rationalität und Spiritualität passen nicht zusammen. Das geht einfach nicht. Das schließt sich schon aufgrund ihrer Definitionen aus. Noch interessanter wird es, wenn Spiritualität auf Rationalität und Intelligenz trifft. Wer von sich behauptet rational und intelligent zu sein, der kann nicht gleichzeitig ernsthaft einen Glauben vertreten. Ich hatte hier zuvor einen geschichtlichen Rückblick, um dies etwas deutlicher zu erläutern. Aber es reicht auch die Kurzform.
Denn alle Religionen beruhen auf tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen und alten Mythen, sowie romantisch ausgeschmückten Märchen und der Angst vor dem Ungewissen und Unerklärbaren. Und man muss dabei immer beachten, dass auf diesem Potpourrie die ultimative Lösung für alles beruht, der Glaube an eine höhere Macht. Und da setzt das eigentliche Problem an. Nun kann man so viel argumentieren wie man will, gläubige Menschen schalten auf stur. Da können sie im normalen Leben noch so rational denken und handeln, beim Glaube ist Schluss.
Wenn man bedenkt, dass vor allem die eher fantasievollen Geschichten in den großen Religionen immer auf denselben Mythen basieren, wird klar, dass sie einfach mit dem Trend gingen. Dabei erfreuten sie sich nicht einmal eines großen Zulaufs, sondern waren auf staatliche Bevormundung und Steuerung angewiesen. So sieht sich das Christentum, wie jede Religion, als das Nonplusultra in ihrem Genre. Das ist, neben einem ziemlich offensichtlichen Kompensationsverlangen, dazu auch noch unglaublich arrogant. Wenn man bedenkt, dass es anfangs eine kleine Sekte war, die zur Weltreligion hochgehievt werden musste.
Das alles setzt unzählige Angriffspunkte frei, denn so verhält es sich mit allen Religionen. Und selbst wenn gläubige Menschen zugeben, dass diese Aufzeichungen eher den Charakter eines langatmigen Märchens aufweisen und es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass sie der Realität enstsprechen, so steht für sie immernoch fest, dass eine höhere Macht über uns alle wacht. Es wäre ja auch schwer vorstellbar, dass sich so viele Menschen irren. Und überhaupt ist das Universum doch so groß, das kann nicht allein auf Zufällen basieren. Jetzt müsste eigentlich jeder merken, wie bescheuert das klingt. Wo ist die Ratio und wo die Intelligenz. Wissenschaft und Religion sind nicht vereinbar, und wem das nicht klar wird, hat im Prinzip ein Problem.
Nur gibt es heute wieder den Trend zur spirituellen Rückgesinnung. Radikalen Islamisten muss man ja mit irgendetwas entgegenwirken, das kann man mit einem vereinten Christentum tun! Religiöse Tendenzen versuchen in vielen Ländern der Welt wieder mehr an Einfluss zu gewinnen, aber es sollte jedem bewusst sein, dass es eben die Trennung von Staat und Religion war und die damit einhergehende nüchterne Betrachtungweise der Welt, die uns so weit gebracht haben.
Der Islam ist ein super Beispiel für eine rückwärtige Entwicklung, der Orient war mal ein Hort von Wissen und Fortschritt, doch was passiert momentan in religiös beeinflussten Ländern? Repressionen, Rückschritt und Radikalisierung. Und das ist nicht allein eine islamische Sache. In jeder Religion ist es möglich mit vermeintlich historisch belegten Fakten und Überlieferung Willkür zu betreiben.
Wo die Ratio schwindet, da gewinnt der Spiritus. Prost!
am 15. August 2009 um 17:59 Uhr.
Den Kampf zwischen Intellekt und Glauben habe ich als Jesuitenschüler lang und intensiv geführt. Tatsächlich läßt sich sagen, dass die meisten Absolventen einer Jesuitenschule entweder Jesuiten werden oder vom Glauben abfallen. Ich bin kein Jesuit geworden. Es ist mir bis heute ein Rätsel wie schwerintellektuelle, hochgebildete Menschen einer Religion anhängen können. Wobei ich hier deutlich zwischen Kirche und Gott unterscheiden will! Die meisten Kirchen (Religionen) sind intolerant und daher abzulehnen. Gott oder wie immer man eine höhere Macht nennen will, ist zunächst einmal neutral. Ein Gottesbeweis läßt sich nicht rational erbringen, deshalb heißt es Glauben, sagen die Religiösen. Doch läßt sich auch die Nichtexistenz Gottes nicht belegen. Viele Philosophen sind an beidem gescheitert. Für mich persönlich habe ich die Haltung der Agnostiker gewählt. Sie stellen die Frage nach Gott nicht, weil sie diese für grundsätzlich unbeantwortbar halten. Diese Einstellung läßt Toleranz gegenüber Gläubigen und Atheisten zu, weshalb sie mir ganz besonders sympathisch ist.
am 15. August 2009 um 19:20 Uhr.
Guter Kommentar, das mit den Jesuiten wusste ich bisher gar nicht, hab aber grad im Focus nebenbei gelesen dass Stefan Raab auch auf solch einer Schule war
Also in erster Linie bin ich im Prinzip auch tolerant gegenüber allen gemäßigten Ansichten, aber ich muss doch auch immer etwas kämpfen. Ich kann mich nicht Agnostiker nennen, weil es für mich klar ganz eindeutig ist. Das Dumme ist nur, dass ich dann so ähnlich bin wie die die ich kritisiere. Es ist eben beides nicht beweisbar. Ich geh eben vom Wahrscheinlicheren aus, dem Rationalen…und das macht es mir schwer zu sagen “ich weiß es nicht”.
Dass zwischen Kirche an sich und dem Glauben unterschieden werden muss ist mir auch klar, aber basieren die Religionen und Glaubensgemeinschaften eben auf einem Glauben, der sich irgendwann entwickelt hat, deswegen hab ich da etwas pauschalisiert…
am 15. August 2009 um 19:20 Uhr.
Ich bin katholisch getauft und erzogen worden, doch bereits im zarten Alter von 15 Jahren hatte ich so meine Schwierigkeiten mit den Ansichten der Kirche, die uns von einem strengen Religionslehrer vermittelt werden sollten. Ich trat aus dem Religionsunterricht aus, mit Eintritt ins Berufsleben trat ich ebenfalls aus der Kirche aus. Sicherlich, die Frage nach Gott ist grundsätzlich nicht beantwortbar. Jeder soll glauben oder nicht glauben, ganz wie er mag und wie es Holger bereits kundgetan hat. Ich persönlich glaube auch nicht an eine höhere Macht. Bei meinem Mann wurde vor drei Jahren ein Gehirntumor diagnostiziert. Wenn wir uns auf eine höhere Macht verlassen hätten und nicht den Kampf um OP- und Behandlungstermine, mit der Krankenkasse und auch den Kampf gegen die Krankheit selbst in die Hand genommen hätten, wäre ich heute bereits Witwe. Ich halte es für sehr bequem, schicksalsergeben auf eine höhere Macht, die mich eventuell rettet, zu vertrauen. Aber im Gegensatz dazu bin ich auch fest davon überzeugt, dass Menschen mit einem festen Glauben ihr Schicksal besser akzeptieren können – eben nach dem Motto: Von Gott gewollt. Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen.
am 15. August 2009 um 19:25 Uhr.
Mit dem Schicksal hast du recht, es scheint eben alles einfacher, wenn man akzeptiert keine Macht zu haben und Vertrauen genügt. Natürlich, wenn ich an einen quietschbunten mit allen lieben Menschen die jemals gelebt haben glaube, dann würd ich mir auch keine Sorgen machen. Das Problem mit gottesfürchtigen Menschen ist, dass sie in gewisser Weise dauerresignieren, wie du schon sagst. Es ist eben Schicksal, alles was passiert. Deswegen finde ich ja gerade die gemäßigten Gläubigen etwas schwer zu verstehen. Die bauen sich ihren Glauben ja so wie sie gerade wollen und picken sich die Vorzüge heraus, vergeben werden kann ja zur Not auch noch später. Das wirkt schon fast ein wenig selektiv wie es so mancher Fundi macht.
am 15. August 2009 um 19:35 Uhr.
Die (starken) Agnostiker sagen nicht “ich weiß es nicht”, sondern sie sagen “das kann ich nicht wissen”. Das ist ein entscheidende Unterschied.
am 15. August 2009 um 19:35 Uhr.
Okay danke, auch das wusst ich nicht ^^
am 15. August 2009 um 19:36 Uhr.
Du hast Recht. Diese – wie du sie nennst – gemäßigten Gläubigen, die sich die Sahnestückchen heraussuchen und wenn sie nicht mehr weiter wissen, sich zurücklehnen und sagen: Jetzt kann ich auch nichts mehr tun, das ist Schicksal. Sie bekommen die Abslolution und alles ist wieder gut.
Das ist nicht meins.
am 15. August 2009 um 19:59 Uhr.
Ich hab eben mein Leben gern selbst unter Kontrolle. Und Scheinheiligkeit mag ich absolut nicht
am 15. August 2009 um 20:02 Uhr.
Genau!
am 15. August 2009 um 21:17 Uhr.
Schweres Thema! Ich muss ja zugeben, dass ich mir über meine eigene Stellung dazu gar nicht so sicher bin. Unstreitbar führt religiöser Fanatismus zu einem sehr engen Horizont, der häufig der Wissenschaft aber auch der persönlichen Freiheit im Wege steht.

Andererseits gibt es auch viele kluge Menschen, die einen Weg für sich gefunden haben, den Glauben und ihre ratio miteinander auskommen zu lassen.
Schaps, das ist zu schwer für einen Samstagabend, ich geh lieber ins Bett und lese ein Buch!
am 15. August 2009 um 21:18 Uhr.
Auch gut…mach ich seit ein Paar Tagen auch endlich wieder
Kluge Menschen die versuchen Glaube und Vernunft unter einem Dach zu vereinen nennen sich gemäßigt. Das Problem ist ja einfach, dass das im Prinzip nicht möglich ist. Das ist ja der Tenor meines Textes. Solchen Leuten werfe ich Leichtgläubigkeit und Bevormundung vor.
am 15. August 2009 um 21:21 Uhr.
“Radikalen Islamisten muss man ja mit irgendetwas entgegenwirken, das kann man mit einem vereinten Christentum tun!”
Religiöse Aufrüstung also Na dann. Science flies you to the moon, religion flies you in to buildings. Seltsamerweise nutzen die Islamisten die selben “Argumente” gegen das Christentum.
Als hätte es die Aufklärung nie stattgefunden.
am 15. August 2009 um 21:40 Uhr.
Du hast doch wohl hoffentlich bemerkt, dass der zitierte Abschnitt ironisch war?
am 15. August 2009 um 22:01 Uhr.
ääähh ehrlich gesagt nicht.
dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil
am 16. August 2009 um 12:52 Uhr.
Hehe kein Problem
am 16. August 2009 um 22:31 Uhr.
“In jeder Religion ist es möglich mit vermeintlich historisch belegten Fakten und Überlieferung Willkür zu betreiben.”
Die Betonung liegt in jedem Falle auf dem “vermeintlich” – denn alles vergangene – selbst das aus gestrigen Tagen, ist nicht weiter als hören sagen.
Es wird immer geredet. Mal wird aus nem Hund ne Katze, mal ne Mücke zum Elefanten und was auch immer. Und da jede Religion – und die damit verbundenen vermeiuntlichen historischen Fakten – schon “URALT” sind, ist gewiss – dass da viele Mäuler was in unzähligen Generationen was weitererzählt haben… (oder meinetwegen auch in schrifctlicher Form).
Aber ein jeder dieser Überbringer sieht die Welt aus anderen Augen. Lässt was weg, und dichtet was hinzu – eben So, wie er die Welt sieht.
Soviel dazu . zum “VERMEINTLICH” … es gibt keine religiösen FAKTEN! Wie Auch … es heisst ja nicht umsonst “AN GOTT GLAUBEN” und nicht von GOTT WISSEN…
Ah ja … ich bin aber dennoch Gottesgläubig – interpretier “Gott” nur anders ..
am 16. August 2009 um 22:38 Uhr.
Recht hast du! Ich hatte auch noch einen weiteren Absatz über Geschichte hier drin stehen, aber das war zu hälzern…es verschwimmt ja sofort alles. Und je weiter entfernt etwas ist, desto mehr veschwimmen Realität und Mythos.
Mein Problem ist ja nicht einmal dass es eventuell möglich sein könnte, sondern, dass die Religionen auf solchen Mythen beruhen. Daher kann ich einfach kein modernes Bild eines Glauben akzeptieren.
am 17. August 2009 um 09:49 Uhr.
hui, so ein schwer philosophisch angehauchtes thema schon zum frühstück!
ich verstehe den widerspruch, den du zwischen rationalität und spiritualität siehst. denke aber, dass das eine das andere nicht zwangsläufig ausschließt.
schließlich ist das zweite nicht allein eine frage des glaubens, sondern auch eine des fühlens. man entscheidet sich ja nicht unbedingt für einen bestimmten glauben, sondern man fühlt eher, ob man sich als teil einer bestimmten weltanschauung sieht, sofern man eine bestimmte vertritt.
aber auch für leute, die keinen religiösen glauben haben, könnte ein solcher widerspruch vorliegen.
einem zu 100% rationalen mensch müsste auch die liebe fremd sein. die anziehung zu einem anderen menschen, die über den selbsterhaltungstrieb und den sinn der fortpflanzung hinaus geht, ist ja auch nicht rational zu 100% erklärbar, wie es gefühle nunmal nicht sind.
insofern sehe ich darin keinen widerspruch, sondern dass sich die beiden aspekte in den punkten ergänzen, die der jeweils andere nicht zu erklären vermag.
am 17. August 2009 um 10:34 Uhr.
Mit den Gefühlen und der Liebe hast du einen guten Punkt angeführt, der mich ordentlich in die Bredouille führne kann
Mir ist klar, dass einige Sachen schwer zu erklären sind. Glaube und Liebe zu vergleichen finde ich da aber doch etwas platt. Da Liebe auf realen Personen und den Gefühlen für sie, sowie der sogenannten Chemie zwischen ihnen beruht und Glaube eine rein virtuelle Angelegenheit ist, die allein aufgrund eines Skriptums und der vermeintlichen Unerklärlichkeit der Welt existiert.
am 17. August 2009 um 17:42 Uhr.
Rationalität und Spiritualität ist in der Tat schwer zu vereinbaren.





Ich persönlich halte es mit der agnostischen Haltung. Es macht für mich keinen Sinn nach einem Gott zu suchen; allerdings existiert in mir das unbestimmte Gefühl, dass es noch etwas geben muss, das über den Dingen steht.
Es gibt sogar Wissenschaftler, die sagen – je mehr sie sich mit den Naturwissenschaften beschäftigen, umso größer wird ihre Ehrfurcht vor der Schöpfung. Denn hinter jeder Frage, die sie beantworten können, stehen wieder zehn andere.
Deshalb würde ich nie so weit gehen und sagen, dass sich Spiritualität und Intelligenz ausschließen.
Hundertprozentige Rationalität?
Ich denke nicht, dass ich das will. Weder ist es rationell auf einem Motorrad durch die Gegend gurken noch sich bei Feiern die Kante zu geben.
Und welcher Mensch will schon Kinder – das passt nu gar nicht; schließlich passen sie nicht in den Lebenslauf und rationell verhalten die sich nicht die Bohne
Auf einem ganz anderen Blatt steht für mich Religiosität.
Ich möchte weder von einem Atheisten für blöd noch von einem Fanatiker für nicht lebenswert erklärt werden.
Ich habe kein Problem mit aufgeklärten Religionen, in denen die Menschen freiwillig Mitglieder sind und andere Religionen neben sich akzeptieren können (ein Wunschbild, ich weiß); aber sie haben nichts in Regierungen verloren.
Es ist aber auch die Sinnsuche, die uns Menschen ausmacht. Die Vorstellung, wir bestehen nur aus irgendwelchen irgendwie reagierenden Molekülen behagt mir nicht.
Der Mensch wird geboren, frisst, scheißt, f…., beißt irgendwann ins Gras und wird von Würmern gefressen
Sie hat etwas … nihilistisches … für mich jedenfalls
Ich hör jetzt mal auf … das ist aber auch ein Thema … mein lieber Schapsadamus
Tut mir leid, dasses so lang geworden ist – aber wennstu so komplexe Fragen stellst …
am 17. August 2009 um 17:51 Uhr.
Es geht mir nicht darum alles hundertprozentig rational erklären zu können, natürlich weiß es niemand mit Sicherheit, aber der Verstand sollte es einem sagen. Und, dass sich hinter einer geklärten natürlichen Frage zehn neue verbergen, bedeutet ja nicht, dass unsere Welt eine komplizierte Schöpfung ist, sondern eine lange komplizierte Geschichte hat.
Der Mensch erforscht Weltgeschichtlich gesehen ja erst seit ein Paar Sekunden die Natur, da ist es nicht verwerflich wenn man noch ein Weilchen braucht.
Die Kinder, das ist so ein Punkt, da spielt der Selbsterhaltungstrieb noch eine gewaltige Rolle, obwohl das natürlich kaum jemand sagen würde…ich tu es aber
Deine modernden Worte gen Ende sind doch aber genau das, was den Menschen definiert: Er ist ein Tier, welches durch Lernen ein Bewusstsein entwickelt hat. Dass daraus sofort geschlussfolgert werden muss, dass der Mensch eine Seele hat und die nur von einem höheren Wesen kommen kann, das ist doch, ganz im Ernst, gleichzeitig arrogant und auch dämlich.
am 18. August 2009 um 09:38 Uhr.
Schwere Kost wenn man die Tatsache bedenkt dass ich gerade aufgestanden bin
am 18. August 2009 um 14:41 Uhr.
Dann steh früher auf!
am 20. August 2009 um 13:45 Uhr.
Mein lieber Schaps,
ein ganz schön schwieriges Thema.
“Wer von sich behauptet rational und intelligent zu sein, der kann nicht gleichzeitig ernsthaft einen Glauben vertreten.”
Das sehe ich anders. Einen Glauben vertreten… ich schätze mal, du meinst hier Hauptsächlich den Glauben in Form einer Religion. Glauben kann man aber an Vieles und ich finde es wichtig, dass man an etwas – was auch immer – glauben kann. Ansonsten ist man irgendwie verloren. Auch wer nicht an eine “Höhere Macht” wie Gott oder so was glaubt, glaubt an etwas, nämlich an eine Welt ohne “Höhere Macht.”
Ich persönlich glaube schon daran, dass es da irgendwas gibt, nur was das ist, woran ich glauben kann, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Ich halte mich dennoch für intelligent (wobei ich mich frage, wer bestimmt eigentlich, was/wer intelligent ist oder nicht, aber das ist ein anderes Thema) und im Grunde auch für rational, was ja nichts anderes als vernünftig bedeutet. Nicht immer natürlich, ich bin ja ein Mensch und Menschen neigen auch dazu mal Dinge zu tun, die nicht vernünftig sind, aber vielleicht Spaß machen. Nicht wahr Schaps? Alkohol und Co sind ja auch nicht immer so vernünftig.
“Wissenschaft und Religion sind nicht vereinbar, und wem das nicht klar wird, hat im Prinzip ein Problem.”
Nein, im Ernst. Für mich schließt das eine das andere nicht aus. Selbst wenn alles “wissenschaftlich” belegt werden kann/könnte, heißt das noch lange nicht, dass nicht ein Gotteswesen seine Finger im Spiel haben kann. Und als Wissenschaftler sollte man immer offen für alles sein, auch für vermeintlich unmögliche Dinge, sonst wird es schwierig mit dem Erforschen.
Auch dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Vielleicht ist Gott selbst ein Wissenschaftler und wir sind sein Experiment?
Was die Institution Kirche angeht… da sage ich nur eins zu: Sie ist von Menschen gemacht. Hier geht es in meinen Augen Hauptsächlich um Macht. Da braucht man ja nur mal ein wenig in der Geschichte herumzustöbern. Und Kriege im Namen Gottes oder Allah oder wie auch immer man diese Höhere Macht nennen mag, geht ja nun gar nicht. Das ist in meinen Augen ein Widerspruch in sich. Aber das ist natürlich nur meine Meinung.
Zum Abschluss noch eine nicht ganz ernst gemeinte Frage:
Es gibt ja keine Beweise dafür, dass es einen Gott gibt, aber es gibt auch keine Beweise dafür, dass es ihn nicht gibt.
Ist es da vernünftig und intelligent NICHT zu glauben?
Wenn ich glaube und es gibt ihn nicht, ist es auch nicht schlimm. Was aber ist, wenn ich nicht glaube und es gibt ihn doch?
Liebe Grüße,
Martina
am 20. August 2009 um 14:55 Uhr.
Ja, das ist mir schon klar, ich definiere hier das Wort und das Verb glaube immer als den Glauben an einen Gott oder so…ich mein ja auch nicht jedesmal wenn man sagt, ich glaube ich geh heute in die Stadt, dass man mit der Stadt einen Gott verbindet…

Du und intelligent? Pah!
Aber mit den Drogen und dem Alkohol hast du natürlich recht, ich will gar nicht behaupten, dass ich mich als die geborene Rationalität bezeichne…mir geht es nur um die Vereinbarkeit einer aufgeklärten Person und den Glauben an Gott. Das passt meiner Meinung nach nicht zusammen. Weil das zweite immernoch auf einem Mythos beruht, der durch seine bunte Geschichte zu einem Konstrukt wurde, auf dem heutige Religionen beruhen. So etwas kann meiner Meinung nach nicht als Grundlage für eine fundierten Glauben dienen. Ob jeder einen eigenen Glauben an irgendwas entwickelt, ist mir per se relativ egal, obwohl es für mich fremd ist
Die Verbindung von Wissenschaft und Religion wird in den letzten Jahren erfolgreich in den USA praktiziert, indem Fundamentalisten das sog Intelligent Design entwickelt haben, das teilweise schon in die Schulen dringt, sprich Verklärung und Tatsachenverfälschung.
Die Kirche ist vom Menschen gemacht, das stimmt…deswegen verachte ich solche Institutionen auch, vom Glauben einmal abgesehen…und ob sie nun fadenscheinige Wohltäter sind oder nicht…man kann mit karitativen Mitteln nicht so tun, als wär man Gott…hehe, super Satz ^^
Aber es ist ja nunmal auch so, dass der Glaube auch vom Menschen gemacht wurde. Nichts kommt aus dem Nichts. Warum glaubten denn die Menschen mal, dass Blitze Gotteswerk sind, oder dass eine Sonnenfinsternis seine Bosheit ausdrückt, oder dass es für alles und jeden einen Gott gab, weil der Mensch sich so gut wie nix erklären konnte. Doch seitdem ist viel passiert, und nun existiert Gott eigentlich gar nicht mehr…es kann so gut wie alles erklärt werden. Wohin mit ihm? Natürlich, seitdem ist er die Manifestation unserer Gefühle und der Liebe…komm, das ist doch dämlich.
Und was deine letzte Frage angeht, das geb ich gern zu, man kann es nicht endgültig beweisen. Doch ich gehe immer von Wahrscheinlichkeiten aus. Und wenn ich die Geschichte der Menschen, und die Erläuterungen im Absatz hierüber über die Geschichte des Glaubens betrachte, dann kann ich sagen, es ist wahrscheinlich, dass es keinen Gott gibt. Sondern der Glaube nur aufgrund der nicht wirklich perfekten Menschen existiert.
am 21. August 2009 um 12:38 Uhr.
Ich finde den Buddhismus recht rational und da kommen keine Märchen vor wie die Jungfräuliche Empfängnis von Maria.
Und der Buddhismus ist spirituell.
Glaube und Vernunft müssen sich nicht aussschliessen.
am 21. August 2009 um 14:57 Uhr.
Der Buddhismus ist da noch eine ganz eigene Angelegenheit, da hast du recht. Von den mir bekannten spirituellen Richtungen noch die vernünftigste. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie damit ein Recht auf Existenz hat
am 23. August 2009 um 12:45 Uhr.
Ich denke da hast du ein Thema angesprochen, wom man sicherlich Stunden lang streiten kann udn fragt man 10 bekommt man meist 11 verschiedene Meinungen.
am 23. August 2009 um 14:57 Uhr.
Da hast du sicher recht
am 23. August 2009 um 15:26 Uhr.
@time: Es ist eben wie mit den Ärzten. xD
am 24. August 2009 um 01:20 Uhr.
Obwohl Deine Ironie mich sticht, stimme ich mit Dir überein, das Rationalität und Spiritualität (ist bei Dir Spriritualität = Glaube?) in gewisser Weise nicht zusammenpassen. Das ist meiner Meinung nach auch nicht erforderlich. Wir, die Menschen, wollen manchmal an Dinge glauben, die völlig irrational sind. Das fängt schon mit dem Weihnachtsmann bei kleinen Kindern an. Nur neigen wir leider immer dazu, unsere eigene Meinung anderen aufzwingen zu wollen. Manche versuchen es mit Worten, andere mit Taten. Somit entsteht der ewige Kampf um die “gerechtfertigte Existenz”.
Nur derjenige der …. glaubt wird später … erlangen. Dieser Satz kommt in jeder Religion mit etwas anderem Inhalt (in den … Platzhaltern) vor.
Ich wollte noch einiges dazu schreiben, hatte den Kommentar aber leider schon abgeschickt.
am 26. August 2009 um 15:02 Uhr.
Ich hätt gern noch mehr gelesen
Ja, damit meine ich einen Glauben an zB einen Gott…
Und ja, wir Menschen wollen aufgrund unserer Unvollkommenheit an viele Dinge glauben. Das lustige ist ja auch das Beispiel des Weihnachtsmannes…der Kram wird Kindern erzählt weils Tradition ist, und ihnen später wieder ausgetrieben und alberner Schabernak heruntergetan…da ist der Glaube an eine unsichtbare Macht, die uns erschaffen hat und uns mit albernen Wundern nervt die niemand mitbekommt ja viel glaubwürdiger
am 26. August 2009 um 19:07 Uhr.
“albernen Wundern nervt die niemand mitbekommt ja viel glaubwürdige”
Wo Du recht hast, hast Du recht!
am 26. August 2009 um 20:04 Uhr.
Hee, du zweifelst doch wohl nicht meine Intelligenz an, Herr von und zu Schaper?
Ts. Nu bin ich aber beleidigt.
“ich glaube, ich gehe in die Stadt”
Die Stadt mit Gott verbinden?
So ganz passt das Beispiel ja jetzt nicht, HERR Schaper, aber macht ja nix.
Für mich ist “der Glaube” NICHT zwangsläufig gleich Gott. Ich behaupte immer noch man kann an Vieles glauben. Auch an die Wissenschaft.
Der Glaube” alleine sagt für mich nicht unbedingt aus, dass es sich um Religion handelt. Glauben heißt ja auch Vertrauen in etwas haben. Der eine hat Vertrauen in Gott oder ein vergleichbares Gotteswesen und der andere hat Vertrauen in die Wissenschaft oder sonst wo drin.
Aber ich habe schon verstanden, dass du speziell in diesem Beitrag DEN Glauben in Form von Religiosität meinst.
“Doch ich gehe immer von Wahrscheinlichkeiten aus.”
Früher hielt man es auch für ziemlich wahrscheinlich, dass die Erde eine Scheibe ist… 
Wahrscheinlichkeiten sind also keine Garantie.
“Aber es ist ja nunmal auch so, dass der Glaube auch vom Menschen gemacht wurde.”

Hmmm… von wem auch sonst?
Ein Brot ist ja auch vom Menschen gemacht. Dennoch existiert es, zumindest bis ich es aufgegessen habe.
Tschuldigung, es bot sich so an, aber ich weiß ja was du meinst. Dennoch ist das kein Beweis dafür, dass es kein “Höheres Wesen” gibt.
Ja, man kann jetzt Vieles erklären, was man früher nicht konnte und was man daher einem Gott zugeschrieben hat. Im Prinzip brauchen wir ihn nicht mehr, nicht dafür. Das stimmt. Aber heißt das denn, nur weil wir eine für uns glaubhafte Erklärung für Blitze und all die anderen Phänomene gefunden/entdeckt haben, dass deshalb Gott damit nichts zu tun haben KANN? Also nicht falsch verstehen, ich glaube nicht, dass Gott uns aus Zorn ein Gewitter schickt oder so was (obwohl er sicher allen Grund dazu hätte, wenn man sich die Welt so betrachtet
), aber für mich schließt das eine das andere nicht aus. Wenn es einen Gott gibt, dann ist er sicher nicht auf den Kopf gefallen.
Für dich ist es wahrscheinlich, dass es keinen Gott gibt, weil du daran glaubst
, für mich ist es wahrscheinlich, dass es da irgendwas gibt, weil ich daran glaube.
Wir glauben also beide an etwas, das wir nicht beweisen können. Nur, dass wir beide an verschiedene Dinge glauben.
Trotz deiner Zweifel an meine Intelligenz
schicke ich dir liebe Grüße nach Kiel,
Martina
am 31. August 2009 um 05:17 Uhr.
Unter anderem glaubte Einstein an Gott. Denkst du ernsthaft, dass Einstein nicht rational und intelligent war?