Die Mutter der Fische

In Uruguay werfen Gläubige als Opfer für die Mutter der Fische Parfüm und Billigschmuck ins Meer und hoffen damit auf Liebe, Geld und Erfolg im Job. Hört sich für viele bescheuert an und das ist es auch! Aber bevor sich wieder jeder über zurückgebliebenen Glaubensrichtungen lustig macht, sollte man mal überlegen ob Aberglauben und Astrologie denn soviel sinnvoller sind.

Es gibt doch wirklich Leute, die mir erzählen wie dämlich sie Horoskope und Kartenlegen finden, mir aber im selben Atemzug verklickern, dass wir permanent energetisch von Sternen und Gegenständen beeinflusst werden. Solche Leute trinken dann tatsächlich Mondwasser! Dass das Hokuspokus ist interessiert plötzlich niemanden mehr! Aber hier darf ja jeder an das glauben was er will und das ist auch gut so.

Der Grundgedanke ist ja an sich nicht wirklich falsch. Natürlich ist es physikalisch nachgewiesen, dass alles Einfluss auf uns hat. Sei es Energie oder sei es Gravitation. Astrologen behaupten aber zu wissen, was dies genau beeinflusst. Und das ist Schwachsinn. Und obwohl ich die Physikprüfung noch wiederholen muss kann ich sicher sagen, dass es scheiß egal ist unter welchem Sternzeichen man geboren wurde. Denn die Geburt ist ein relativ willkürliches Datum. Schließlich wurde schon neun Monate zuvor alles in die Wege geleitet. Wieso ist also nicht das Sternzeichen zum Zeitpunkt der Zeugung entscheidend?

Davon einmal abgesehen kann mir niemand ernsthaft verklickern, dass ein Sternzeichen, beziehungsweise derart weit entfernte Sternsysteme einen so großen energetischen Einfluss haben, dass dieser nicht von unserer Sonne oder unserem Mondes verwässert wird, die viel näher an uns dran sind. Doch es sind ja nicht nur die Grundlagen die die Astrologie entlarven.

Die Deutung ist nämlich noch viel interessanter. Die Astrologie ist so ausgelegt, dass immer die Hälfte des Gesagten auf eine Person zutrifft. Also wenn sich jemand durchliest was zu seinem Sternzeichen in einem Buch steht, dann würde derjenige der Hälfte des Geschriebenen zustimmen. Ein Wunder! Und da die Astrologie versucht sich selbst mit Erweiterungen zu beweisen, gibt es natürlich noch zahlreichen andere Einflusse, wie zum Beispiel den Aszendenten. Der hat weitere Einflüsse auf die Charakteristika jedes Menschen. Und natürlich, ihr wusstet es bereits, davon stimmt natürlich auch immer die Hälfte.

Warum? Weil alles aus Gegensätzen besteht. Wenn bei dem einen steht, er hätte ein aufbrausendes Temperament, dann steht beim nächsten er sei ruhig. Womöglich gibt es auch noch neutralere Ausdrücke, die treffen dann ja auf fast jeden zu. Und warum finden so viele Leute so etwas interessant, oder lassen sich unbewusst stark von derartigen Dingen beeinflussen? Weil sie denken, dadurch würden sie mehr über sich erfahren. Solche Leute scheinen bisher nicht wirklich zu wissen wer sie sind oder wie sie sich zu verhalten haben. Sowas kann man aber nicht mit Astrolgie ausgleichen.

Aus Aberglaube wird also ziemlich viel Blödsinn veranstaltet. So schmeißen Leute in Uruguay Plastik und Chemikalien ins Meer, um Erfolg im Job und Glück in der Liebe zu bekommen. Das ist nicht nur dumm, es ist ziemlich umweltschädlich. Jedem Menschen wird ein Sinn für Gerechtigkeit mitgegeben und jede Menge Instinkte. Wir haben Angst, weil es evolutionär wichtig war, auf der Hut zu sein. Wir wollen in die Kiste, weil es evolutionär wichtig für den Erhalt der Spezies war. Und viele Menschen glauben Dinge, die seit Jahrtausenden weitererzählt werden.

Früher konnten sich die Menschen kaum etwas erklären. Wo kommen wir her, wie entsteht Feuer und warum sterben manche früher als andere. Heute gibt es aber auf fast alle Fragen bereits Antworten und so klammert sich der Mensch an die Hoffnung, dass da irgendwas Größeres ist. Wer aber nicht weiß wer er ist, der sollte aufhören die Mutter der Fische zu verehren und endlich anfangen zu leben. Denn wer diese Lücke nicht mit Lebenserfahrung füllt, dem helfen auch kein Parfüm und kein Billigschmuck.

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Ehre, Respekt und Würde

Das reicht in der harten Welt der Gangsterrapper aus um weit zu kommen. Da spielt es auch keine Rolle, wenn man Verachtung für Frauen und Schwule empfindet. Es geht um das cineastische Meisterwerk “Zeiten ändern dich” vom Gangsterrapper Bushido. Eine kritische Analyse.

Gleich in der ersten Szene verkloppt Kleinbushido einen Mitschüler und wird daraufhin auf der Straße von einem Opi dafür gelobt, dass er noch steht und sein Mitschüler im Krankenhaus liegt. Und das ohne zu wissen wer Schuld war. Das nenn ich mal lehrreich! Dass Bushido kurz darauf erzählt, dass er seinen Stiefvater umbringen würde, wenn der seine Mutter schlägt, zeugt vom Gerechtigkeitssinn des Jungen. Und natürlich von seinem Respekt vor seiner Mudda Hannelore Elsner.

Dealerszene auf dem Schulhof. Bushido und seine Mitschülerin Katrin kiffen – Achtung Vorbildfunktion! Dass Katrin und nicht er scharf auf Nachschub ist, zeugt wenigstens von Emanzipation. Daraufhin gehen die beiden zu Katrin nach Hause und kiffen. “Hey, hör mal! Lass uns ma poppen!” Jetzt werd ich aber dann doch hellhörig! Ziemlich eingeschüchtert antwortet Bushido “Okay” und sie packt aus. Argh! Wenn die Dame keinen Berliner Dialekt hätte, wäre die Szene fast sexy!

Seitdem nimmt Katrin die Schule nicht mehr ernst und bleibt zu Hause. Der eifrige Schüler Bushido sieht sie nur noch zu Hause in ihrem Zimmer, wenn sie zu dritt mit ihrem Vater kiffen und Chuck Norris Filme kucken. Wenn ich nicht wüsste, dass der Film auf der wahren Wahrheit beruht, würd ich langsam auf die Idee kommen der wäre unrealistisch. Ah! Nein! Bitte! Erst beschwert sich Katrin bei ihrem Vadder, dass der nicht alles allein aufrauchen soll und dass er die Tüte gefälligst ihr geben soll und nach einem Zug muss sie auf einmal super schnell weg, wegen Terminen oder so. Das ist ja wohl das Unrealistischste überhaupt! Ein Kiffer würd niemals die Tüte nicht zuende rauchen! Hab ich gehört!

Bushido stellt aber schockiert fest, dass dieser Termin doch tatsächlich ein anderer Kerl war, der sie direkt vorm Fenster im teuren Sportwagen abholt. Die Schlampe geht fremd und Bushido ist zutiefst enttäuscht über seine erste große Liebe.

“Mama, ich brauche Geld. Ich möchte Drogen kaufen. Gras ist kein Tabak. Das ist eher so ein Heilmittel. Voll gesund und so! Und Haschisch gehört zur tausend Jahre alten Kultur meiner Vorfahren, also Araber und so. Und trotzdem ist es hier verboten, das ist doch nicht korrekt! Die verdammten Behörden wollen unsere Kultur zerstören, die trampeln auf den Gräbern unserer Ahnen rum. Wenn ich das Dope für fünfzehn bis zwanzig Mark verticke, während ich es für acht bekomme, habe ich eine Gewinnspanne von öh äh hundert Prozent oder so. Ich brauche nur 450 Mark Startkapital.”

“Ich hatte die beste Mama der Welt! Und nicht nur das…” Bushido im Club mit Frauen um sich. Er ist sechzehn und ist der verdammte König der Welt. Er hätt sie alle haben können. Aber er will nur eine. Und die schleppt er ab. Auf der Straße begegnen sie fünf Sprayern, die wie er sofort auf Stress aus sind. Aber er will ja den dicken Macker markieren. “Komm her du Opfer, ich fick dich!” Wenn ich nicht wüsste, dass dies wirklich eine Raubkopie von Bushidos Film wäre, dann würd ich doch tatsächlich denken es wäre ein Gaypr0n. “Okay dann komm her und fick mich, Alter!” Ich fang immer mehr an zu zweifeln, vor allem da daraufhin eine ziemliche “Balgerei” stattfindet..huch! Ach nee, das sind seine Homies! Es war alles nur ein Spaß! Und ich bin doch tatsächlich drauf reingefallen…

Wow! Celina bezeichnet sich jetzt schon als Bushidos Freundin. Wenn ich bedenke wieviel die beiden schon erlebt haben. Sie waren im Club, sind gemeinsam Bus gefahren und haben erlebt, wie ein Paar Sprayerfreunde sich einen Scherz erlaubt haben!

Gegenwart, Bushido hält eine Postkarte seines Vaters in der Hand, der ein Säufer und Schläger war. Er ruft ihn an und erzählt ihm, dass er in der Hölle braten soll und dass er keinen Respekt verdient. Moritz Bleibtreu bekommt die Szene mit, es ist kurz vor einem Konzert. “Scheiße! Was glotzt ihr Spasten denn alle so? Gebt mir mal lieber ein Mic!” Das erste Mal das Wort “Schwul”! Ich musste doch tatsächlich sechzehn Minuten drauf warten! Sechzehn Minuten? Das halte ich nicht aus! Da kommt einem ja tatsächlich eine Folge “Vampire Diarrhea” kürzer vor!!

Aj! Heikle Szene! Nach dem Gegenwartskonzert befinden wir uns jetzt am Tisch von Celinas Familie. Samt Butler und Kirschtomaten. Der Vater bietet Bushido Weißwein an, es sei schließlich Samstag und man könne da ja mal “Über die Stränge schlagen”! “Ich glaube Anis ist Moslem, gläubige Muslime trinken keinen Alkohol! Oder?” Ach du Kacke! Jetzt wird das Essen serviert! Schweinefleisch! Der zweite Fauxpas! “Oh! Naja, solang man von dir nicht verlangt, dass man Kopftuch trägt…” Jetzt schaltet sich die kleine Schwester ein. “Jetzt muss Celina sone krasse Kapuze tragen. Und wenn sie das nicht tut wird sie erschossen. Voll krass!” “Hör auf so asozial zu reden!” sagt die Mutter. Und man zieht jetzt keinerlei Verbindung zu Bushidos Sprache. “Was machen Sie denn so?” “Ich hab die Schule geschmissen, im Moment mach ich gar nichts…” Nachdem er auch noch offenbart, dass er keinerlei Plan hat was er mal machen könne verlässt er wütend das Haus und legt noch 200 Mark hin.

“Die haben mich behandelt wie nen verdammten Dreckskanacken!” sagt Bushido kiffend auf einer Bank. “Haste was, biste was!”. Celina kifft mit und sagt er solle mal runter kommen. Bushido schimpft über die reichen Eltern mit ihren fünf Schlitten und der Villa. Bushido scheißt auf die Gesellschaft. Ob er nun die der Eltern meint oder allgemein wird offen gelassen. Auf jeden Fall sei es eine Frage des Respekts.

Hahaha!! Bushido und Celina vögeln auf dem heiligen Katzenteppich ihrer Mutter und dank der Stöhnerei Celinas wird die Nachtaction bemerkt. Was aber irgendwie keinerlei Konsequenzen nach sich zieht. Nun gut. Nächste Szene.

Beim Koksverticken werden Bushido und sein Kollege von zwei anderen Pushern überfallen, können sich aber aus dem Staub machen. Da die “Bösen” aber wissen wo er wohnt, überfallen sie seine Mudda und seinen Bruder und klauen seine Kohle. Resigniert beschließt Bushido mit dem Dealen aufzuhören, aber er muss noch ein letztes Ding drehen. Dabei werden sie aber von Zivilbullen erwischt. Im Bau wird er Maler und Lackierer. Und er versteht sein Handwerk. “Aber sicher anders, als der Jugendrichter sich das vorgestellt hatte!”…höhö! Er beschmiert nämlich Ubahnzüge. Dabei lernt er Fler kennen und sie werden Kumpels.

Uh! Essensszene bei Bushido zu Hause. Er hat Celina dabei. Sein Bruder ist aber zu spät. “Er hat einfach keinen Respekt!” er schüttelt den Kopf. Darauf kommt die erste konstruktive Bemerkung in diesem Film. Und zwar von Frau Elsner. “Er hat Hass in seinem Herzen. Das ist nicht gut. In einer Familie darf kein Hass herrschen!”

Bushido und Celina fahren zu seinem Vater. Der wohnt in einem Plattenbau in Düsseldorf. Klischee! *hust* Ha! Der hat dieselbe Klingel wie ein Kumpel von mir! Die krasse Szene mit seinem Vater vergisst Bushido nicht mehr, er fertigt ihn ziemlich ab für das was er getan hat. Und verschindet wieder. Er ist für ihn gestorben.

“Ich würd dir das Logo auch auf deinen Schwanz tätowieren. Aber da steht ja schon ‘Mama’ drauf!” Uh, schwerer Fehler, Martin Semmelrogge! “Darüber macht man keine Scherze!” “Hey man, Peace!” Autsch, ist das klischeehaft!

“Sag mal ist dir eigentlich aufgefallen, dass plötzlich immer mehr Wichser auftauchen und du immer mehr Wichsern in die Fresse haust?” Celina ist mit der Freizeitgestaltung Bushidos nicht einverstanden. Vor allem nicht, wenn er sie für so etwas aus der Vorlesung holt, wo sie doch in ein Paar Wochen Zwischenexamen hat. “Was sollt ich denn bitte machen? Ich musste doch schließlich deine Ehre verteitigen!” “Meine Ehre? Hier geht es doch nur um eure beschissenen Machospielchen. Wer ist der Größte. Wer hat den Längsten.” Die zweite konstruktive Bemerkung des Films! Und wieder von einer Frau! “Wann wirst denn du eigentlich mal erwachsen?” Die dritte konstruktive Bemerkung des Films! Sein neues Tattoo und sein neuer Name “Bushido” scheinen Celina nicht so zu gefallen wie ihm. “Wieso sind denn eigentlich Leute die normal arbeiten bei dir immer gleich Idioten und Arschkriecher?” Die vierte konstruktive Bemerkung des Films! “Warum ist alles was du tust Züge mit Farbe beschmieren und kiffen?” “Man du kapierst das einfach nicht. Ich mach das, damit alle wissen dass ich da war! Das ist das Wichtigste überhaupt! Nur weil du in ner scheiß Villa wohnst, du eine scheiß Karre fährst die teurer ist als ne Eigentumswohnung, glaubst du nur deswegen kannst du mir eine Ansage machen?” “Verschwinde aus meinem Leben! Du bist ein Penner, ein Assi, du bist der letzte Dreck!” Zack! Bushido knallt seiner Freundin eine. Da hört der Respekt auf!

“Dein Image ist scheiße, man! Gewalt, Drogen, Frauenfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit!”. Die fünfte konstruktive Bemerkung! Daraufhin kommen drei Frauen an, die es offensichtlich mit Bushido treiben wollen und die Diskussion ist beendet. Ich hätte nicht gedacht, dass mir ein Agent mal so sympathisch sein würde. Kurz darauf wird im Bushido “Love” Bus gevögelt. Er selbst macht zwar nicht mit, aber zwei seiner Kollegen nehmen die Verlobte von irgendnem Typen durch, der darauf erscheint und sie sucht. Der Agent bekommt die Szene mit. “Das ist es was ich meine. Ihr seid alle Tiere! Ihr gehört hinter Gitter!” Die sechste konstruktive Bemerkung des Films. Eine Moral für den Zuschauer? Fehlanzeige!

“Das war bei Weitem das Krasseste, das ich je in meinem Leben gesehen hatte. Es war so krass, dass es mir vollkommen virtuell erschien. Wie in einem Endzeitvideogame. Ich fühlte gar nichts, die Welt stand sozusagen in Flammen. Aber alles woran ich denken konnte, war Celina!”. Der 11. September 2001. Schöner hätte Bushido das alles nicht vorlesen können. Man ist er ein schlechter Schauspieler. Und Sprecher. “Ich wusste auf einmal. Ich konnte Musik machen!” So einfach geht das!

Oh! Der Opi von damals, der ihn nach seiner Schulschlägerei unterstützt hat! Er hört zu wie Fler und Bushido sich über die Zukunft bei ihrem Label streiten. Bushido will kündigen, Fler will bleiben. Der Kaffee geht aufs Haus. Fler geht. “Ich war gefickt!” Bushido kommt nicht aus seinem Vertrag raus. Aber dafür gibt es ja Moritz “Arafat” Bleibtreu. Der hat mit seinem dicklichen Samuraischläger ein “schlagendes” Argument, dass sein Manager den Vertrag doch kündigt. Beziehungen sind eben alles!

“Ich konnte machen was ich wollte. Die Fans flippten aus!” In einer Montage werden die letzten drei Jahre Bushidos Karriere gezeigt. Erst schlägt ihm vor allem Begeisterung entgegen. Später wird der Ton der Medien kritischer und härter. “Ich wäre für ihre wohlerzogenen Kinder das Verderben.”

Ah! Jetzt versteh ich das! Karel Gott! Der hat deswegen mit Bushido zusammengearbeitet, weil seine Mudda total auf ihn steht, sie mit ihm groß geworden ist. Zwei Wochen Ruhe und Bushido dürfte vorm Brandenburger Tor auftreten. Keine schlechten Schlagzeilen, keine Schlägereien. Das schafft er doch nie! Und er schafft es auch nicht. Er verprügelt ein Paar Leute, weil sie die Reifen seines “brandneuen AMG” aufschlitzten und kommt in den Knast. Vor der Untersuchungsrichterin kommt eine weitere Belehrung in Sachen Ehre und Respekt. Bushido legt dar, warum man anstatt die Polizei zu rufen, lieber Selbstjustiz begehen sollte. Und die Richterin springt auf seine Argumentation an und lässt sich darauf ein, seine Haft als freiwilligen Aufenthalt zu tarnen, indem er dort ein Konzert gibt.

Vorm Konzert trifft er seine erste Liebe Katrin wieder. Sie scheint ein ziemliches Wrack zu sein. Sie nimmt offensichtlich allerlei Drogen, ihr Vadder ist tot und sie braucht Geld. Sie nimmt gleich ein ganzes Bündel, welches Bushido in seiner Jogginghosentasche mit sich rumträgt. Zudem macht Moritz Bleibtreu ihm ein schlechtes Gewissen wegen seines Vaters. Der stirbt und es wäre schlecht für Bushido wenn die Sache mit ihm nicht aus der Welt geräumt wäre. Also fahren er und Moritz nach Düsseldorf, in einem Mercedes der sicherlich mehr als eine Eigentumswohnung gekostet hat. Der große Bushido vergibt seinem Vater! Aber dieser will auch nochma seine Exfrau sehen. Also rasen die drei zurück nach Berlin. Mit 260 Sachen. Achtung Vorbildfunktion!

Und da es sich hier um eine Biografie handelt, darf natürlich auch nicht eine wilde Autofahrt durch den Gegenverkehr mit Handbremsendrehung und überhöhter Geschwindigkeit fehlen! Denn wegen seines Deutschlandtrips kommt er zu spät zu seinem eigenen Konzert. Karel gott hilft in der Zwischenzeit aus und performt auf der Bühne “Biene Maya”. Oh mein Gott ist das skurril! Bushidofans singen mit Karel Gott “Biene Maya” vorm Brandenburger Tor! Ende.

Also. Dieser Film hat keine wirkliche Moral. Wenn man einmal davon absieht, dass man Menschen verzeihen kann und dass man Respekt haben sollte. Was aber ziemlich verzerrt wird ist das Verständnis für Ehre und Respekt. Respekt heißt hier, seine Mutter anzuhimmeln, aber Frauen zu verachten. Verachtung für den Schlägervater, aber selbst Prügeln, um am Ende der große Vergeber zu sein. Das ist Gehirnwäsche der schlimmsten Sorte. Hier wird mit der Moral jongliert wie der Wind weht. Ordentliche Schlüsse kann man aus diesem Werk nicht ziehen. Man darf sich benehmen wie man will und es als ehrenhaftes Verhalten verkaufen. Solange man am Ende so tut, als wenn man bereut. Reue vor den Mitmenschen und vor Gott. Was tut man nicht für die Fans. Das täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass Bushido ein homophober Schwulenhasser und Frauenverachter ist. Und er ist ein Vorbild für Jugendliche.

Die Botschaft, dass die wichtigste und letzte Instanz nicht menschliche Werte sind, sondern Gott, zeigt die Ignoranz gegenüber dem was in diesem Film zelebriert wird. Ehre, Respekt und Würde. Die werden in diesem Film gleichzeitig mit Füßen getreten um im nächsten Moment das Maß aller Dinge zu sein.

Dieser Film ist Schund! Aber zum Glück ist es ja nur ein Film. Sowas gibt es ja glücklicherweise nicht wirklich!

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